Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde7 (1901) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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7 (1901) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Marx.

spalten. Man stellte die» Spoltn« aus starken Stämmen trockenen undweichen Holzes von bedeutendem Durchmesser her. Heute kann mansich das nimmer erlauben. Dafür flicht man jetzt» Hachala hinein.Die Hachalzäune sind auch sehr dicht und kosten gleichfalls so vielwie nichts, da man zu ihrer Herstellung keines einzigen Eisennagelsbedarf. Nur müssen sie alljährlich im Herbste und im Frühjahre einerNachbesserung unterzogen werden. Fig. 8 zeigt den Zaun eines Ge-müsegärtchens, das dem Holzmacher Grössl in S. gehört. Die Ab-bildung zeigt die Verbindung zweier Wände zu einer Ecke.» Hachal«sind 2-3 m hohe dürre Fichten- und Tannenbäumchen; 3-6 mhoch liefern sie» Lattla«, noch höher» Schrengad.

Zwischen Feldern sowie zur Abgrenzung der Waldtheile trifftman nicht selten Steinmauern, die aus dem in der nächsten Nähegefundenen Material errichtet wurden. Die Feldränder sieht man hieund da auch von einer langen Reihe ansehnlicher Steine beschützt,die, nahe beieinander aufgestellt, mehr einem Gebiss aus Riesen-oder Drachenzähnen, als einer Einfriedung ähneln. Auch>> wilde<<Zäune aus Mehlbeersträuchern, Fichten- und Tannenbäumchen fehlennicht. Die Akazie ist noch nicht volksthümlich. In Flecken ist in dersogenannten Zigeunergasse Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeunergasse ein Zaun zu sehen, an den statt Schwart-lingen einfachTodtenbretter genagelt wurden, Todtenbretter mitund ohne Inschrift. Wohl werden hie und da diese Andenken wiean Wohngebäuden und Scheuern, so auch an Zäunen befestigt. Sozählte Dr. Halm( Todtenbr. im bayr. Walde, Beiträge zur Anthropo-logie u. Urgesch. Bayerns 1897) bei Arnschwang 200 Bretter an einemZaune. Aber direct zaunbildend habe ich sie nur in Flecken getroffen.

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Beschaffenheit, Lage und Bauart der Bauerngehöfte imMürzthale.

Von Marie Marx, Allerheiligen.

Der Bauer in hiesiger Gegend wohnt nicht gerne im Dorfe, wosich gewöhnlich nur Handwerker und Gastwirthe ansiedeln; der nurvom Ertrage seiner Realität lebende Bauer will sein Haus in Mitteder ihm gehörigen Felder und Wiesen und nahe seinem Walde haben,theils damit die Leute auf dem Wege zu den Feldern möglichstwenig Zeit verlieren, theils aber auch damit er, vollkommen Herrüber seine Leute, ohne Hemmniss durch böse Nachbarschaft, ruhigseine Anordnungen treffen kann.

Jedes Bauerngut sieht aus wie ein kleines Dorf, denn es bestehtaus sieben bis zehn sehr einfachen Holzbauten, welche regelloszerstreut, womöglich auf einer von zwei Seiten zugänglichen Erhöhung,gebaut werden.

Das grösste und sorgfältigst ausgeführte Gebäude ist der Rinder-stall, bei ganz alten Gehöften stets ein» Umundumstall«, das heisst: