Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde7 (1901) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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7 (1901) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Zäune im Böhmerwalde.

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Ein jedes für immer eingefriedete Stück Land heisst man einenGarten. So gibt es Grasgärten( in Neuern Flurname für früher ein-gezäunte Wiesen bei den Häusern), Baumgärten( Hofname in Deschenitzbeim Baumgartner), Wurzgärten; Egärten( Flurnamen: Egern, Echern)und Hopfengärten gab es früher.( Flurnamen: in Hopfagarttla, inHopfagoattn.) Der Gärntner heisst Goattna, im Süden des NeuernerBezirkės Garttla. An Einfriedungen erinnert ferner der Flurname imgermanisirten Orte Depoldowitz:» in Sarackern<< Zahrady, Gärten,zahrádky, Gärtchen, beide plural.

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Der Zaun bereicherte unseren Wortschatz mit den Zusammen-setzungen: zaundürr, zaunsteckendürr, zaunhimmldürr, zaunrankerl-dürr; eine Speise heisst Zaunsteckenlu( d) l= Nudeln.» Ich kommeund wenn's Gråssaprügl rengt und Zaunstecken weht«; das ist gewissein kräftiges Versprechen. Schnippische Antwort:» Wie spät ist es?«» Dreiviertel am Zaunstecken.« Der andere:» Und Du kannst mich inA... lecken.<<

Fig. 3.» Schrengerzaune im Böhmerwalde.

II.

Godern und Stiegel.

Um das Vieh einzulassen oder eine Einfahrt zu erlauben, musstees weite Oeffnungen im Zaune geben; diese wurden mit dem Godernverschlossen.( ta goda[ r] n, masc.; IV, 279, Eysn, beschrieben und ab-gebildet.)

Ueber die Felder und Wiesen führten Fusssteige; damit derZaun da kein Hinderniss bilde, waren vor und hinter dem Zauneniedrige Bänkchen oder grosse regelmässige Steine aufgestellt, aufdie man zuerst stieg, den anderen Fuss auf das jenseitige Bänkchensetzte und weiterschritt. Beim Stiegel war der Zaun auch etwasniedriger. Das hiess man das und den Stiegl.( In Salzburg wie inNordböhmen fem.) Beide Einrichtungen, Godern und Stiegl, kommenheute, wo sich die Art der Felderwirthschaft gründlich geändert hat,in der Weite( auf den Fluren) nicht mehr vor. Nur Flurnamen, ingoda( r) n, t stiglwies( Neuern), erinnern noch daran.

Beide gibt es aber noch innerhalb der Ortschaften. Ein Fusssteigwird dem Viehtriebe, dem Reiten mittelst eines Stiegels versperrt.Der Bauer verschliesst die Ausfahrt seines Gartens mit einem Godern.:Geht ein öffentlicher Steig durch einen Hofraum oder über eine

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