Beiträge zur Volkskunde des Ostkarpathengebietes.
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Osterfest. Schon viele Wochen zuvor freut sich Alt und Jung auf denhohen Feiertag.
Endlich ist der Palmsonntag da. In aller Frühe steht Alles aufund begibt sich, mit Weidenzweigen in der Hand, in die Kirche. DieWeidenzweige suchen die Kinder am Tage zuvor aus, wobei sie be-sonders darauf achten, dass dieselben möglichst volle und glatteKnospen tragen. Auf dem Rückwege aus der Kirche schlägt Jeder-mann die ihm begegnenden Bekannten und ruft dabei die Worte:» Der Zweig schlägt, nicht ich; in einer Woche sind die Ostern da.«<Auch schluckt Jeder eine Knospe,» damit der Hals niemals schmerze<<.Die Weidenruthen werden hinter den Heiligenbildern an der Wandaufbewahrt.
Die ganze Charwoche hindurch tummeln sich die fleissigenHausfrauen rastlos in Haus und Hof herum; sie scheuern, waschenweissen, reiben, klopfen, bis die grösste Ordnung hergestellt ist.Dann geht's ans Kochen und Backen.
Besondere Sorgfalt wird auf das Osterbrot» Paska« verwendet.In manchen Gegenden knüpft sich an das Gelingen oder Misslingender Paska ein besonderer Aberglaube. Geht das Osterbrot im Ofennicht gut auf, so steht Hungersnoth bevor. Wird es brüchig, so wirdeine Epidemie das Dorf heimsuchen. Ferner werden in der Charwochedie Ostereier verfertigt.
Ueber den Ursprung der Ostereier herrscht unter dem Volkefolgender Glaube: Als der Erlöser von seinen Feinden gefangengenommen und zum Tode auf dem Kreuze bestimmt war, beschlossdie schmerzerfüllte Mutter Gottes einen Versuch zu seiner Rettungzu machen: Sie färbte ausgewählte Eier mit einem goldenen Pinselund legte sie in ein goldenes Körbchen; sodann nahm sie eine schöneHenne und trug Alles zum Pilatus hin. Vor diesem sank sie in dieKnie und bat für ihren Sohn.» Weine nicht,« sprach jener,» er hatausgelitten; soeben hat man ihn zu Tode gemartert.< Da sank sie,wie vom Blitz gerührt, zu Boden. Die Ostereier aber rollten ausein-ander in die Welt.
Endlich ist der Ostersonntag gekommen. Frühmorgens stehtAlles rasch vom Lager auf und eilt in die Kirche. Nach der Messewird das Osterbrot geweiht. Und nun eilt man nach Hause, um sichnach dem langen Fasten mit Speise und Trank zu stärken.
Nach dem Mahle versammelt sich die Jugend auf dem Kirchhofezu Spiel und Scherz. Die Einen singen frohe Lieder, Andere läutendie Glocken und wieder Andere spielen mit den Ostereiern.
Am Ostermontag werden die Mädchen von den Burschen be-gossen. Für den gespendeten Wasserguss werden die Burschen mitden schönsten Ostereiern belohnt.
Am Osterdienstag begiessen die Mädchen die Burschen.