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Kaindl.
erheben. Eine dieser Sagen erklärt doch auch den Namen des Dorfes.Derselbe soll nämlich von folgender Begebenheit herrühren: EinerMutter ward ihr Kind durch einen Geier geraubt worden. Als siedasselbe wieder erhielt und dieses noch voll Schrecken weinte, darief die Mutter wiederholt:» Mama este! Mama este!« das heisst:die Mutter ist da! Davon erhielt die Ansiedlung den Namen Mamaestie.Hierauf lassen wieder die Musikanten ihre Lieder ertönen undsetzen nach kurzen Unterbrechungen ihr Spiel fort, bis die Arbeitvollendet ist. Der haufenweise umherliegende Kukuruz wird nun mitden Kukuruzstengeln und Hüllblättern gut zugedeckt und Alles begibtsich in die Wohnung des Hauswirthes. Das vorbereitete Nachtmahlsteht bereits aufgetischt. Alle setzen sich nach der üblichen Ordnungzu Tisch und speisen. Bevor gegessen wird, trinkt der Hauswirth aufaller Anwesenden Gesundheit und dankt ihnen zugleich für ihre Güte.Darauf sprechen alle Uebrigen dem Branntweine zu. Nun folgt dasNachtmahl.
Nach demselben erschallt wieder die Musik. Alles steht vomTische auf und begibt sich in den Hof. Auf demselben tanzen dieBursche mit den Mädchen die im Dorfe üblichen Tänze. Währenddie Jungen sich unterhalten, trinken die Alten Branntwein oder einanderes Getränk und singen. Erst spät in der Nacht verstummt dieMusik und Alles geht auseinander. Selbstverständlich geht Jeder spätund in guter Laune nach Hause.
aus
In gleicher Weise findet überall in der Bukowina diese» Klaka«<,die auch» Toloka« genannt wird, statt. Als ein besonderer Brauchdem rumänischen Dorfe Satulmare mag die Uebung erwähntwerden, dass man auf den zum Schälen bestimmten Kukuruzhaufenausgehöhlte, mit Oeffnungen versehene Kürbisse*) aufstellt und diesedurch ein hineingestelltes Licht beleuchtet. Sobald diese Kugeln aufden Feldern aufleuchten, macht sich sofort ein lebhaftes, geheimniss-volles Treiben auf den Gassen und Stegen kund. Von allen Seitentauchen Burschen und Mädchen auf, um auf dieses oder jenes Feld zuziehen und, um die Maishaufen gelagert, bei einem lodernden Feuernicht nur der Arbeit obzuliegen, sondern auch manches Herz zuerobern und manchen derben Scherz zu machen.**)
VIII. Ostern in Czorny Potok.***)
Kein Fest der christlichen Kirche wird von unserer Landbevöl-kerung so sehnsüchtig erwartet und so feierlich begangen, als das
*) In der Bukowina fertigen die Knaben überhaupt sehr gerne„ Köpfe“ ausKürbissen, das heisst, sie schneiden denselben den Augen, der Nase und dem Mundentsprechende Löcher ein und stellen dann solche Laternen womöglich so auf, dass Vor-übergehende erschrecken.
**) Nach Mittheilungen des Fräuleins Victoria Lupastian.
***) Rutenisches Dorf in der nördlichen Bukowina. Nach Mittheilungen des FräuleinsAglaja Timkowicz.