Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde6 (1900) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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6 (1900) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Inmann und Bauer in den Ortschaften der Pfarre Rothenbaum.

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» Spende« gedruckt. Für diese Spende sollen die Inleute Gebete fürdie arme Seele des Verstorbenen verrichten. Früher wurde diese Gabezwei, dreimal vertheilt. Jetzt geschieht es hie und da schon nichtmehr einmal. Träumt einmal einem Hinterbliebenen von dem Ver-storbenen, so ist das ein Zeichen, dass sich die arme Seele noch imFegefeuer befindet und neue Gebete braucht zur Erleichterung ihrerLeiden. Dann wird wieder eine» Spend« gebacken.

Am Pfingstmontag findet Nachmittag das» Pfingstlreiten« statt.Das ist bekannt, weil schon viel darüber geschrieben wurde. AmPfingstsonntagmorgen haben aber schon die Inleutkinder ihr Reitengehabt. Frühmorgens ziehen sie aus, jeder Knabe eine lange Rutheals Steckenpferd zwischen den Beinen. In der Hand tragen sie einenschön aufgeputzten Fichtengipfel; der wurde zuerst geschält, dieAestchen hierauf in den Stamm zurückgebogen und deren Enden inSpalten des Stammes gezwängt. Am Ende bleibt ein grünes Gipfelchen.Das Ganze, der» Pfingstldegn«, wird nun mit farbigen Bändern undsolchen Papierstreifen aufgeputzt. Die Länge dieses Zierstabes beträgtbeiläufig 1 m. Damit werden nun die Bauernfenster bearbeitet, bissie geöffnet werden. Dann schreien die Kleinen:» Dalaupts ma_r_anSumaplooz!«( auch Tumlplooz.) Jetzt werden sie mit Kuchen,Kreuzern u. s. w. beschenkt. Hie und da lässt man sie auch vorherum den Birnbaum, um den Misthaufen, um die» Rauhröhrn«( denRauchfang, also um das Haus) reiten und lacht sie brav aus, wennsie den letzteren Auftrag nicht verstehen. Meistens gehen da dieKnaben, Mädchen gehen seltener mit. Die Kinder sind für die Auf-nahme der Geschenke mit Tüchern oder Leinensäckchen versehen.

Zu Neujahr ziehen sie wieder vor die Bauernhäuser, zu einerZeit, da noch Niemand wach ist, da sagen sie ihren Spruch vor der Thür: Glicksalas nujs Gohr,' s Christkindl in kråstn Hoor,

a longs Lehm, a gsunts Leḥm und an Bädl vol

Geld daneḥm( oder: unds Himlräch daneḥm").

Natürlich werden sie da wieder beschenkt.

Das Herumziehen der Kinder zur Allerseelenzeit wurde bereitserwähnt.

Das neue Heimatsgesetz hat viele Inleute schwer getroffen.Viele sind nicht in ihrem Aufenthaltsorte zuständig, haben sichaber da schon ganz eingebürgert. Da sitzt der eine schon so vieleJahre auf dem Hofe, hat da oder dort ein Stückchen Pfarr- oderHerrschaftsgrund in Pacht, vielleicht auch einen wüsten Fleck Bauern-grund urbar gemacht in harter Arbeit mit Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib und Kind; diesendürfte er jetzt sechs oder zehn Jahre unentgeltlich benützen. SeinenViehstand hat er auch schon vermehrt; mit glänzendem Auge siehter in die Zukunft.

Doch mit des Geschickes Mächten... Da hört er eines Tagesvon einem neuen Heimatsgesetze reden. Er fragt beunruhigt nach der