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Blau.
können dem Uebelstande nicht abhelfen, da seine Gründe tiefer liegen.Doch wieder zur Sache!
Bei zweifelhafter Witterung wartet Morgens der Inmann, bis dieBauernleute essen; wird er nicht dazu gerufen, so weiss er, dass esheute keine Arbeit für ihn gibt, und er isst seine Morgensuppe zu Hause.Der Bauer kann die Arbeit nicht immer schon tagszuvor be-stimmen; er sagt:» Ich habe das Wetter nicht im Sack.<<
3. Von Georgi bis Martini( 24. April bis 11. November) hat dasInweib Glossar ::: zum Glossareintrag Inweib die Hälfte der Kühe zu melken( zu zei³ln). Die andere Hälftemelkt die grosse Dirn. Hat diese zuvor Alles zum Melken hergerichtet,so geht sie auf die Gred*) und schreit zum nahen Inhäusl hinüber:Inwai oo!**) Das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib erscheint sofort. Nach dem Melken hat sie einwenig frisches Wasser in den Stall zu bringen. Das wird>> zu derMilch zugeschwaibt«, damit der Rahm leichter heruntergeht; in jedenMilchtopf kommt ein» Tröpfl«<. Dann hat sie die» Zeilgültn«( Gelte)
auszuwaschen und an ihren Ort zu thun.
4. Alle Tage von Georgi bis Martini hat sie mit der kleinen Dirn dasVorhaus und die Gred zu kehren; jede hat schon ihre Hälfte zugewiesen.
5. Der Inmann muss in dieser Zeit beim Kleinvieh ausmistenund diesen Mist zur Dungstätte tragen.
6. Ihm obliegt auch von Zeit zu Zeit die Anfertigung eines Kehr-wisches zum Reinigen des Backofens. Dafür bekommt er immer, wenner einen solchen macht, drei- bis viermal im Jahre ein Kehrwischlaibl.7. In der Dreschzeit, die früher fast den ganzen Winter währte,hat der Inmann Morgens die grosse Dirn wecken müssen. Diese hatihm aufgesperrt, der Inmann ist auf den Boden gegangen und hat dabei Laternenschein, noch früher beim Spanlicht den Tagesbedarf an» Gsod« geschnitten. Die neuen Maschinen haben diese Verpflichtungaufgehoben.
8. Im Winter hatte der Inmann 10 Klafter Brennholz zu machen,da musste er aber auch erst die Bäume dazu fällen. Dann gehörtendavon zwei Klafter ihm.
9. Das Inweib Glossar ::: zum Glossareintrag Inweib hat auch beim Waschen, namentlich beim Aus-winden der Wäsche und zu Ostern und zur Kirchweih beim Flecken-backen( Kuchenbacken) mitzuhelfen.
10. Im Winter hatte sie ein Schock Garn( 60 Strähn), jetzt nurmehr 30 oder 40 Strähn zu spinnen; dafür bekommt sie per Strähn,an welchem sie einen starken halben Tag fleissig zu spinnen hat,sage und schreibe drei Kreuzer. Was sie mehr zu spinnen bekommt,zahlt ihr die Bäuerin per Strähn mit 10 kr.
11. Um Johanni( 24. Juni) beginnt das Mähen. Da und imGrummetmähen hat der Inmann beim Morgengrauen( wenns grawlt)aufzustehen und die Knechte zu wecken, mit denen er dann mähen geht.
*) Der gepflasterte Gang längs des Hauses.
**) Beim zweiten o fällt sie mit der Stimme um eine kleine Terz.