Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde6 (1900) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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6 (1900) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Zur Geschichte des Museums für deutsche Volkstrachten etc. in Berlin.

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burg allein 1000 Mark beisteuerte. Ausserdem spendete er einen inHolstein gekauften prachtvollen Schrank im Werthe von 1200 Markund einen Hamburger Kachelofen im Werthe von 150 Mark. Aus demälteren Museumstheile wurden in die hauptsächlich aus dem AltenLande bei Hamburg stammende Virchow- Sammlung diejenigen Sachenherübergeholt, welche der Jubilar früher dem Museum vermachte..Als Herr Jacob Nordheim am 1. October 1895 seinen siebzigsten Ge-burtstag beging, ergänzte er die Virchow- Sammlung durch eine grosseund zwei kleinere geschnitzte werthvolle Altländer Truhen und durchzwei Altländer Stühle. Zur Virchow- Sammlung gehört auch eineprächtige Sammlung von Filigranknöpfen mit einer Veranschaulichungder Anfertigung derselben.

Zu den bisherigen Räumlichkeiten im Hauptgebäude mussten.die abgesondert liegenden Räume im Hofgebäude und im rechtenSeitengebäude hiezu erbeten werden, weil das Museum nach Schlussder Chicagoer Weltausstellung des Jahres 1893 einen bedeutendenZuwachs bekam. Zur Ausstattung eines deutschen Dorfes in derWeltausstellung wanderte aus Deutschland eine grosse Sammlungüber den Ocean, die nach längerer Zeit glücklich wieder herübernach Deutschland gerettet wurde. Den Hauptantheil an dieser nachder Rückkehr aus Chicago zu 80.000 Mark veranschlagten sogenannten» Deutsch- Ethnographischen Ausstellung« hatte die Deutsche Bank inBerlin und stand hauptsächlich unter der Verwaltung des DirectorsDernburg in Berlin. Wir werden nicht fehlgehen, wenn wir annehmen,dass das Museum hauptsächlich es der Hochherzigkeit dieses Herrnzu verdanken hat, dass diese reiche Sammlung mit mehreren Stuben-einrichtungen, mit 42 Costüm- Wachsfiguren, einer Anzahl von Haus-modellen, einer sehr werthvollen Sammlung von Schmuckgegenständenu. s. w. fast unentgeltlich in seinen Besitz gelangt ist.

Die Namen auch nur der vorzüglichsten Gönner und Gönnerinnenvollständig anzugeben, welche sich um die Reichhaltigkeit desMuseums verdient gemacht haben, ist unthunlich. Um die Sammlungaus der Altmarkt machten sich Dr. Schörnig- Oebisfelde, um diehessische Sammlung Prof. Dr. E. Küster- Marburg, um die nord-friesische Sammlung Prof. Eugen Bracht u. s. w. verdient. Und dochliegt es in der Natur der Sache, dass es noch immer weite GegendenDeutschlands gibt, die nur schwach vertreten sind.

In neuer Zeit sind noch andere erfreuliche Zuwüchse zu ver-zeichnen. Im holländischen Vrieslande wurde in der kleinen StadtHindelogen am Zuidersee ein Privatmuseum unter den Hammer ge-bracht. Hierauf richtete sich das Augenmerk des Herrn AlexanderMeyer Cohn, durch dessen Geldvorschuss der Ankauf möglich wurde.Die Stubeneinrichtung dürfte zu den hauptsächlichsten Sehenswürdig-keiten zählen. Am 5. November 1899 übergab Herr Cohn dem Museumim Anschluss an seine in der Zeit der Gründung des Museums über-