Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde6 (1900) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
6 (1900) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Zur Geschichte des Museums für deutsche Volkstrachten etc. in Berlin.

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Regierungsbaurath Kleinwächter und Prof. Kretschmer verdient. HerrLouis Castan lieferte für das Museum charakteristische Wachsfiguren.

So konnte das Museum am 27. October 1889, Mittags 122 Uhr,vor einem geladenen Publicum von etwa sechzig Personen durch denGeheimrath Virchow eröffnet werden. Derselbe stattete zunächst demMinister v. Gossler für seine Hilfe den Dank ab, beklagte aber gleichvon vorneherein, dass die zur Verfügung gestellten Räume nicht aus-reichten, die gesammelten Schätze unterzubringen. Der patriotischeSinn der Bevölkerung sei überall so stark, dass der Sammler nurzuzugreifen brauche, der beengte und auch sonst mangelhafte Raumbehindere eine zweckmässige Aufstellung der gesammelten Schätze.Vieles müsse in den Truhen bleiben. Vorläufig könne nur gezeigtwerden, was man bezwecke und was zu leisten möglich sei. DieReste der alten volksthümlichen Trachten der Mark( Brandenburg)erschienen vollständig geborgen; ein vollständiges Spreewaldzimmersei aufgestellt, im Fläming und in der Lausitz sei gesammelt. Auchin Pommern dürfe wenig gelassen sein, was ins Museum gehöre.Aus Preussisch- Lithauen habe man viel zusammengebracht, eineSammlung des Herrn Goerke sei von dorther unterwegs. Ziemlich voll-ständig sei Elsass vertreten, ebenso Bayern, auch Hessen. Ferner seienaus dem Norden, aus Schleswig- Holstein und den Vierlanden beiHamburg, wie aus dem Süden, aus Baden und der deutschen Schweiz,wie auch aus dem Osten, aus dem Ermlande( Ostpreussen) schöneSchätze geborgen. Ein gründliches Studium der werthvollen Samm-lungen erfordere Verständniss und Mühe, gewähre aber auch Genuss.

Der Cultusminister v. Gossler erwiderte, er habe dieser Sacheimmer grosses Interesse entgegengebracht, da er nicht einsehe, warumman bei den ethnologischen Sammlungen das Ausland dem Inlandevorziehe. Es sei sehr erfreulich, dass diesen Sammlungen eine Stättebereitet werde. Er sehe diese Bestrebungen als eine Ergänzung derAufgaben des Völkerkunde- Museums an. In ähnlicher Noth, in beengtenRäumen seien alle preussischen Museen entstanden und allmälig dasgeworden, was sie sind. Er bitte dringend, nicht nachzulassen imEifer: es werde die Zeit kommen, wo der Staat mehr für die Sachethun könne. Bis dahin werde es ihm Ehre und Freude sein, zu helfenund zu fördern. Leider war der Herr Minister, nachdem er 1891seinen Posten verliess, nicht in der Lage, seine Zusagen zu bethätigen.Für das Publicum wurde das Museum am 10. November 1889geöffnet. Anfänglich war der Besuch ein sehr starker, aber die ersteLiebe erkaltete gar bald, nachdem die erste Neugierde befriedigt war.Vom Gründungscomité traten bald einige der angeführten Herrenzurück, aber andere Herren traten wieder bei, wie Prof. Eugen Bracht,Commercienrath Paul Eger, Justizrath Frantzel, Prof. August v. Heyden,Prof. A. Kretschmer, Heinrich Kubat, Baurath Fritz Kleinwächter,Baurath Alfred Kärner, Regierungsbaurath Küster, Dr. Weinitz,

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