Familien- und Volksleben in Bosnien und in der Herzegowina.
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oder etwas seitwärts, essen gefärbte Eier, gebratenes Fleisch undKolačen und trinken Wein und Branntwein. Eier und Kolačen legensie auch auf die Gräber.
Die orientalisch Glossar ::: zum Glossareintrag orientalisch- orthodoxe Kirche setzte an die Stelle der sedmina,četrdesetnica, polugodišnjica und godišnjica zur Erinnerung an dieVerstorbenen vier Allerseelentage, welche vor die grossen Fasten fallen,und zwar vor die Oster-, Petri-, Grossfrauentag- und Weihnachtsfasten.Die Allerseelenfeier begeht man am Samstag vor jedem Fasten.An diesen Allerseelentagen tragen die Leute( zumeist Städter) Panahiaund Kerzen in die Kirche, und zwar so viel Hände voll Panahia( ge-kochter Weizen) und so viel Kerzen, als man Todte zu beweinen hat.In der Kirche erinnert man sich aller Todten aus der čitulja( Todten-verzeichniss). Nach der kirchlichen Ceremonie gehen die einzelnenFamilien auf den Friedhof, wo die Todtengebete verrichtet, die Gräbermit» punje«( Opferwein) begossen und geräuchert werden.
Das Aeussere der Gräber und ihre Ausschmückung. Die Gräberder Orientalisch Glossar ::: zum Glossareintrag Orientalisch- Orthodoxen haben ein verschiedenes Aussehen. Anmanchen Orten bedeckt man die Gräber bloss mit Dorngebüsch; ananderen Orten, wie zum Beispiel im Bezirke Trebinje, werden Steineaufs Grab gewälzt. Am Glasinac bedeckt man die Gräber nur mitRasen; an anderen Orten gibt man an den Seiten sogenannte» oklop-niče«, d. h. steinerne Seitenwände, häuft dann inmitten des GrabesErde auf und beraset diese. Auf das Grab pflanzt man einen Baumoder steckt eine Stange ein, auf die dann allerlei färbige Schweiss-,Umhäng, Hand- und Kopftücher, Haarlocken, Blumensträusschen,Spiegel, Fibeln( bošlija), Haarbänder( upletnjaci), Fezquasten, Hals-ketten, Rosen und Aepfel aufgehängt und angesteckt werden.
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Bezeigung der Trauer. Die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber bezeigen ihre Trauer: erstensindem sie vierzig Tage nach dem Begräbnisse nicht aus dem Hausegehen( seit der Occupation verfällt immer mehr und mehr dieseSitte); zweitens indem sie ihren Schmuck ablegen, ihr Haar auflösenund es eine bestimmte Zeit nicht flechten; drittens indem sie weisseTrauerkleider( in den Städten schon zumeist schwarze) anlegen; dasGewöhnlichste ist, dass sie eine weisse Binde um den Kopf binden;viertens dass sie im Hause nicht singen und während der Trauerzeitdie strenge dauert vierzig Tage nicht heiraten; fünftens dassdie Oberkleider( fes, gunjac und ćurdija) gewendet werden. Auch dieMänner bezeigen ihre Trauer, indem sie erstens ihren Schmuck,sogar die Quaste am Fez ablegen, die rothe Farbe mit der weissenvertauschen, die geschmückten Oberkleider umwenden, nicht singenund nicht heiraten; zweitens indem sie sich vierzig Tage nach demTodesfalle weder das Haupthaar schneiden noch rasiren lassen.Ausserdem bezeigt die weibliche Verwandtschaft des Verstorbenennoch dadurch ihre Trauer, dass sie an jener Stelle, wo der Todte ge-
Zeitschrift für österr. Volkskunde. VI.
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