44 Mittheilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde.
treffenden vermochte, ihres gegebenen Wortes zu vergessen und die Ausfolgung derSamsonfigur zu verweigern. In dieser Haltung von Herrn Dr. Epenstein unterstützt, derseinerseits sein freiwillig geleistetes Versprechen zurückzuziehen für gut fand, gaben dieEigenthümer der vielumstrittenen Figur dieselbe, als ich etwas deutlicher zu werdengezwungen war, sofort käuflich an Herrn Dr. Epenstein ab, der sie vor mir eiligst rettete,indem er sie dem Salzburger Museum als Geschenk überwies. Ich zweifle zwar sehr,dass Herr Director k. Rath Dr. Alexander Petter, der verehrte Ausschussrath unseresVereines für Salzburg, die Vorgeschichte dieser Schenkung kennt, aber immerhin, dieSamsonfigur ist für die Wissenschaft geborgen, und dazu ein klein wenig, wenn auchsehr indirect beigetragen zu haben, ist mit ein kleines Verdienst meiner Action.
Die Bibliothek, welche hauptsächlich aus den Tauschschriften und den Besprechungs-exemplaren, die bei der Redaction unserer„ Zeitschrift für österreichische Volkskunde"einlaufen, erwachsen ist, erfuhr eine Vermehrung um 98 Bände und Hefte, die Anzahl derFachzeitschriften, welche wir regelmässig beziehen, stieg von 17 auf 20; insgesammtbesteht unsere Bibliothek derzeit aus rund 600 Bänden von Einzelwerken und 100 Bändenverschiedener Zeitschriften. Es wird in dem neubeginnenden Verwaltungsjahre das besondereBestreben der Direction sein, mit Benützung der Restanten unserer Zeitschrift die Bibliothekauf eine entsprechende Höhe zu bringen. Die Geschäfte der Bibliothek wurden im ab-gelaufenen Jahre in umsichtigster Weise von Herrn Bibliothekar Bürgerschullehrer JuliusThirring geführt, dem auch an dieser Stelle der herzlichste Dank ausgesprochen sei.An Kosten für Bibliothek, Photos und Manuscripte verzeichnen wir die Auslagen vonfl. 74.11.
Die weitere Einrichtung unseres Museums an Kästen und dergleichen Bedarf macliteauch im Berichtsjahre die merklichsten Fortschritte, so zwar, dass buchstäblich jeder Zoll-breit verfügbaren Platzes nunmehr bis an die Grenze der Zulässigkeit ausgenützt erscheint.Wir verdanken der löblichen k. k. Landwirthschafts- Gesellschaft drei grosse Ausstellungs-kästen, welche für die Hauptsammlung und die Bibliothek in Verwendung genommenwurden; ferner übernahmen wir am Schlusse der Jubiläumsausstellung im k. k. Prater.zwei grosse Pulte und ein kleineres. Glaspult sowie einen grossen Aufsatztisch. Für dieZwecke der Einrichtung wurde inclusive der fälligen Rate an das k. k. österreichischeHandelsmuseum für die grossen Schaukästen im Betrage von fl. 400 die Summe von11. 497.38 verausgabt. Die Conservirung der Sammlungen erforderte den Betrag vonfl. 15.93.
Wie im Vorjahre haben uns auch heuer die nachfolgend genannten Mitglieder bei derObsorge für die Sammlung freundlichst unterstützt. Es sind dies: Frau Caroline Wachs,Herr Josef Adam, Herr Robert Grössl. Ich sage ihnen für ihre stete Hilfsbereitschaftmeinen herzlichsten Dank.
Eine von den besten Erfolgen gekrönte Bemühung der Museumsdirection war dieBetheiligung des Museums an der Gruppe XIII:„ Oesterreichische Hausindustrien",welchein der land- und forstwirthschaftlichen Abtheilung der Jubiläumsausstellung 1898 vonmir als dem Obmann und Herrn Verwalter Fr. X. Grössl als dem Obmannstellvertretereingerichtet worden ist. Nicht nur verdankt unser Museum dieser Betheiligung eine sehrwünschenswerthe Steigerung seines Bekanntwerdens in der Bevölkerung, sondern auch diefruchtbare Gelegenheit, am Schlusse der Ausstellung durch kostenlose Uebernahme werth-voller Sammlungen aus dem Pavillon der Bukowina und dem bosnischen Pavillon seineSammlungen beträchtlich zu erweitern.
Der Besuch des Museums ist im Berichtsjahre durch zwei tiefeinschneidende Um-stände beträchtlich beeinflusst worden und desswegen ziemlich erheblich gegen den desVorjahres zurückgeblieben. Zunächst bereitete die Jubiläumsausstellung im Allgemeinenund unsere Hausindustrieausstellung daselbst im Besonderen dem Museum selbst diegefährlichste Concurrenz; sodann war der Besuch des Museums durch die Renovirungdes Stiegenhauses im Börsengebäude, welche vom Mai bis December 1898 währte und denVerkehr ungemein erschwerte, ausserordentlich behindert, eine Thatsache, welche vonder löblichen Börsenkammer in entgegenkommendster Weise auch anerkannt und durch