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Literatur der österreichischen Volkskunde.
Einen sehr hübschen Beitrag zur Kunde der Pflanzen als Arzneimittel bei dem Volkehat Prof. J. Rostafiński geliefert in einer grösseren Arbeit:„ Das Zauberherbarium d. i.eine Sammlung von Aberglauben über die Pflanzen“.¹) Auf Grund populärer Herbarienund ähnlicher Gesundheitsgärten des 16., 17. und 18. Jahrhundertes, welche inPolen sehr verbreitet waren, hat der Verfasser im I. Theile die in der Volksmedicin dieserZeiten gebrauchten Pflanzen alphabetisch zusammengestellt; im II. Theile die Arten ihrerAnwendung, in dem III. die Folgen der Wirkung, schliesslich einen genauen Index derlateinischen Namen angeführt. Die Arbeit ist nicht nur musterhaft ausgeführt, siekann auch als Vorbild dienen für Diejenigen, welche sich mit Volksmedicin befassen. DerVerfasser selbst sagt:„ Die Ethnographen werden nun wissen, was man zu erforschen hatund wie das zu notiren ist."
Ueber Zaubermittel bei dem Beschwören einiger Krankheiten referirt S. Gonet 2)und L. Magierowski ³) führt an, wie das Volk aus dem Niesen und dem Ohrensausenauf Glück oder Unglück schliesst.
Einen sehr interessanten Fall, wie sich das Volk in verschiedenen Sachen zu rathenweiss, gab Professor L. Malinowski in dem„ Beispiel einer Bildschrift", 4) welche sichein der Schrift unkundiger Schmied zusammengestellt hat. Zahlen konnte er nachahmen,aber Gegenstände bat er aufgezeichnet.
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Das Buch der Volksweisheit- die Sprichwörter hat in dieser Zeit in derpolnischen Literatur eifrige Bearbeiter gefunden. Dem sehr wichtigen Werke SamuelAdalberg's: Buch der Sprüchwörter, Sentenzen und sprüchwörtlicher Ausdrücke" 5) folgtenun eine Ergänzung von Franz Brzozowski„ Polnische Sprüchwörter",") die zusammeneinen Schatz von ungemeinem Werthe darstellen. Damit ist zwar das Volksthümliche inder Art noch nicht erschöpft, da die Verfasser meistens aus alten Sammlungen und Schrift-stellern geschöpft haben, es ist aber schon sehr viel zur Orientirung und Vergleichunggethan worden.
Es braucht eigentlich keiner Erwähnung, dass die im Jahre 1895 in Prag ver-anstaltete ethnographische Ausstellung auch ein lautes Echo in polnischen Fachzeitschriftenfand. So referirte über dieselbe Bron. Grabowski in der„ Wisła" IX. 847 ff. und AdolfStrzelecki im„ Lud" II. 30 ff. 146 ff.
Das immer zunehmende Interesse an dem Volksthümlichen, die wachsende Zahlder Arbeiter auf diesem Gebiete macht auch den Mangel an genauer Bibliographie derethnographischen Forschung sehr fühlbar. Einen Anfang hat Professor L. Finkel gemacht,der in der allgemeinen Bibliographie der polnischen Geschichtsforschung( Krakau 1895)im II. Bd.( I. Theil) auch der Ethnographie sein Augenmerk zugewandt und über andert-halbtausend Nummern aufgezeichnet hat. Das kann aber nicht ausreichen, da er meistensnur Bücher anführt. Genauer ging an das Werk Adolf Strzelecki, der im X. Bd. derWisła"„ Materialien zur Bibliographie der polnischen Volkskunde" zu publiciren begann.Es ist das Material sehr fleissig zusammengestellt, die Recensionen selbst sind angeführt,Zeitschriften durchblättert trotzdem fehlt Manches, und Manches gehört nicht hieher.Wir müssen aber daran denken, dass der Verfasser es selbst„ Materialien" genannt hat;es ist zu erwarten, dass entweder er selbst oder irgend Jemand diese Arbeit in der Zu-kunft unternimmt, und obwohl sie sehr undankbar und schwer ist, sie doch zum Wohleder Wissenschaft vollenden wird.
Einige Schwierigkeiten und Mängel, mit denen die ethnographische Forschung inGalizien noch immer zu kämpfen hat, werden wir uns erlauben bei der Uebersicht überdie letzten Jahre gelegentlich zu besprechen.
Zbiór wiad. do antr. XVIII. S. 1-191.
2) Lud" II. 330.
3) Lud II. 256.
4) Mat. antrop. archeol. i etn I. 49.
5) Warszawa 1894.
Kraków 1896.