Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde5 (1899) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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5 (1899) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Literatur der österreichischen Volkskunde.

Nachrichten zu spärlich( 13 Pflanzen-, 4 Thier- und 2 Mineralheilmittel) und nur gelegentlichaufgeschrieben.

In der Abtheilung der Volksindustrie und Ornamentik ist zu verzeichnen StanislausCercha's Thonglocken und Holzhacken auf den Krakauer Kirchmessen", ¹) die nur währendder Kirchmesse am Osterdienstag welche in der Kirche St. Salvator am Zwierzyniecbei Krakau gefeiert wird verkauft werden. Die Thonglöckchen haben ein farbiges Ornament,

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die hölzernen Hacken ein eingebranntes, welches in Sternchen, Kreisen und Kreuzen sichkundgibt. Der Verfasser beschreibt genau die Gegenstände, illustrirt sie mit Zeichnungen( er selbst ist ein akademischer Maler) und gibt auch an, dass die Glocken auf demZwierzyniec selbst, die Hacken dagegen in Trzenieśnia bei Myślenice fabricirt werden.Sitten und Gebräuche finden noch immer wie sonst so auch in Galizien dieeifrigsten Beschreiber, weil sie am leichtesten zu fassen sind. Unter den Beiträgen, diein letzter Zeit erschienen sind, beansprucht den ersten Flatz die Arbeit Johann Świętek'sunter dem Titel Rechtsbegriffe und Rechtsgebräuche des Volkes an der Raba," 2) alseine Ergänzung der Monographie desselben Verfassers Das Volk an der Raba"( gedrucktseparat noch im Jahre 1894). Mit grossem Fleisse hat der Verfasser aus einer Gegend,von der er selbst stammt, eine Masse Einzelheiten gesammelt, die die Rechtsverhältnisseund das sociale Leben des Volkes kennzeichnen. Als Wegweiser diente ihm der Frage-bogen, den in dieser Sache Bron. Grabowski in Wisła veröffentlicht hat. Somit zerfälltdie Arbeit in vier grosse Abschnitte, die das Familienleben, das sociale Leben( Gemeinde),Uebertretungen und Frevel, schliesslich das Rechtsverfahren charakterisiren. EinigesTypische war der Verfasser bestrebt sogar in der Mundart vorzuführen. Als Materialbietet die Arbeit eine Fülle, wie sie in den ethnographischen Arbeiten Polens noch nichtzu finden war; es wäre zu wünschen, dass auch andere Gegenden so fleissige Sammlergefunden hätten.

Eine Art Feuilleton bildet das in der Zeitung Czas" in Krakau( 1895) gedruckteBild des Dr. K. Mátyás, Christabend"( Wilija); mehr wissenschaftlich sind dargestelltdesselben Verfassers: Fasching, Aschermittwoch und Ostern im Bezirke von Tarnobrzeg." ³)Mit den Osterfeiertagen, namentlich mit Ostermontag, ist der Brauch Eier zu malen undzu färben verbunden. Auf Grund eines Fragebogens hat Dr. Fr. Krček die ihm zu-gesandten Materialien gesammelt, gesichtet und in zwei Heften unter dem Titel GemalteOstereier in Galizien" publicirt.*) M. Kapuściński gibt eine versificirte Anrede, diedie Dortbuben bei Krakau in den letzten Faschingstagen declamiren. 5)

Eingehende Beschreibung des Hochzeitsbrauches in Stale( bei Tarnobrzeg)gab Dr. K. Mátyás; 6) sie gewinnt an Werth, weil sie wörtlich in der Mundart ge-schrieben ist, wie sie der erzählende Bauer aus demselben Dorfe vorgebracht. Die Hochzeitzerfällt in mehrere Theile das Ganze ist durch den Verfasser in elf Abschnitten unter-gebracht.

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Ebenfalls eine Hochzeit in Jaszczew( Bezirk Krosno) beschreibt P. LadislausSarna, jedoch ohne das Charakteristische der Mundart zu bewahren. Kürzer, aberwerthvoller ist eine kurze Notiz desselben Verfassers Ueber den noch existirenden Brauchdes Brautkaufes", 8) vornehmlich in Korczyna bei Krosno.

Volkslieder als separate Sammlungen veröffentlichten M. Kapuściński aus derUmgegend von Czernichów bei Krakau 9) und Leon Magierowski aus dem StädtchenJaćmierz( Bezirk Brzozów). 10) Diese Sammlungen sind für die Ethnologie ohne Werth;

1) Lud II, 217 ff.

2) Materyaly antrop. arch. i etnograf. Bd. I und II.

3) Lud" I. S. 46 ff., 79 ff., 129 ff.

*) Lemberg 1894.

5) Lud II. S. 365.

6) Wisła IX. 225 ff.

7) Lud II. 236 ff.

8) Lud" II. 339

9) Lud II. 65 ff., 340 ff.

10) Lud I. 262 ff.