Dalmatinische Spitznamen.
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Schimpfen; dagegen gibt es keine Berufung. Sollte es dem Betreffen-den etwa einfallen, dagegen etwas einzuwenden, so würde er nur Spotternten, und der Spitzname bleibt ihm dann erst recht bis zum Lebens-ende. Empfindliche Naturen pflegt man darum in der Weise zu strafen,dass man sich mit einem einzigen Spottnamen nicht begnügt, sondernihnen einige zugleich beilegt, welche dann in der Regel eine Zeit langcirculiren, ohne dass hievon der Betroffene die geringste Ahnung hat.*)
In Nachfolgendem wollen wir eine Anzahl Stichproben voneinigen sehr markanten Spitznamen der verbreitetsten Familien undbekanntesten Personen Janjinas und Umgebung verzeichnen.
Familie Antičević( 6 Familien).
Tunko( die weiblichen Familienmitglieder Tunkovica), ver-dorbener Kosename des Kindermundes, Toni, Anton.
Vidoje( Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber: Vidojinka) aus Vido, dem Vido( Veith) an-gehörend.
Matijaš, weil angeblich dessen Vater stets ein muthiges Auf-treten wie der König Mathias( Corvinus) hatte.
Perando, verdorbener Kindername von Pero( Peter).Klasić, von Klas, Aehre.
Familie Bjelovučić( 12 Familien).
Čombo( Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber: Čombovica), ein kleines Kinderspielzeug. SeineFrau heisst Tica, eigentlich ptica, Vogel.
Popilo, von popiti, austrinken; die Familienmitglieder werdenals Trinker angesehen.
Lučin, von Luka( dem Luca angehörig); den Grossvater nannteman Perkelija, da er fortwährend das italienische Wort perchè( weil) im Munde führte.
Burmo( Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber: Burmovica), kräftig, rüstig.
Račići, Diminutiv von rak, Krebs; diesen Namen führen dreiverschiedene Familien, welche früher einen gemeinsamen Hausstandhatten.
Kakalo( Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber: Kakaluša), der Name eines originellen altenCapitäns, angeblich wegen einer Analfistel; nach einer anderen Versionsoll er als Anführer der 1848er Nationalgarde, in weisse Hosen an-gezogen, dejectiones inter pedes fecisse, als er den Feind zu sehenglaubte.
*) Davon bleiben mitunter selbst Fremde nicht verschont, obzwar bei ihnen dieNothwendigkeit eines Spitznamens zum Zwecke der Unterscheidung nicht im Geringstenvorhanden ist. So erhielt zum Beispiel auf der Insel S. ein Herr den Spitznamen Samarišta;da er sich hierüber augenscheinlich ärgerte und seinen Aerger auch nicht verhehlte, soriefen es ihm bald alle Dorfkinder schon von Weitem zu, oder sagten es ihm ins Gesicht,um dann rasch davonzulaufen. Und doch war die Sache ganz harmloser Natur, denn alser dem Ursprunge des Wortes nachging, erfuhr er, dass er einem Samarišta( das heissteinem Verfertiger von Holzsatteln für Maulthiere) von einer benachbarten Insel ähnlichsehe und einen ähnlichen Bart trage.