Dalmatinische Spitznamen.
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heisse«, so folgt jetzt nicht der Familienname, sondern der Spitz-name; man muss erst fragen, wie es» po kući«( nach dem Hause)heisse, um den wahren Namen zu erfahren. Zur Nothwendigkeit einesSpitznamens trägt auch viel die Sitte bei, dass die ersten vier Kindereines Ehepaares stets die Taufnamen ihrer väterlichen und dann dermütterlichen Grosseltern erhalten müssen,» za počastit oca c majku«( um den Vater und Mutter zu ehren). Erst die Benennung des fünftenKindes unterliegt der freien Wahl der Eltern. Daraus resultirt noth-wendigermassen eine ziemliche Armuth an Abwechslung der persön-lichen Bezeichnung im Allgemeinen und insbesonders der Taufnamen,welche mit der Gleichförmigkeit der Familiennamen zusammen-genommen zur Erfindung von Spitznamen geradezu herausfordert.
Es kommt nicht selten vor, dass der Grossvater, Vater und Sohneiner Familie einen und denselben Taufnamen*) und Familiennamenführen und die Verwirrung wird noch grösser, wenn zwei Geschwisterin einem ungetheilten Haushalte ihre vier, respective acht Kindermit einem und demselben Namen benennen müssen. In diesem Falleentscheidet dann die Chronologie der Geburt, denn der Taufnamedes früher Geborenen erhält die Bezeichnung» veliki«( gross, dasheisst in diesem Falle der Aeltere) angehängt, der später Geboreneheisst» mali«( klein, das heisst der Jüngere). Dass sich diese Be-zeichnungen thatsächlich nur auf das Alter beziehen, beweist derUmstand, dass zum Beispiel die Bezeichnung» mali« dennoch bleibt,wenn die Körpergrösse des Kindes im Vergleiche zu jener der Namens-genossen in einem umgekehrten Verhältnisse steht mit der Wirklichkeit.
Die Spitznamen muss man in solche unterscheiden, welche denMitgliedern einer ganzen Familie oder nur einzelnen Personen beige-legt werden; die letzteren sind offenbar die älteren und zuerst inGebrauch gekommenen. Ein persönlicher Spitzname kann natürlichleicht zu einem familiären werden, wenn der betreffende Träger des-selben zum Gründer eines eigenen Familienkreises wird, welcher Fallsich besonders häufig bei Männern ereignet, da hier vaterrechtlicheFamilienverhältnisse und Einrichtungen vorherrschen. Doch könnenauch weibliche persönliche Spitznamen zu familiären werden, wie wirweiter unten an einem Beispiele sehen werden. Die erste Unter-scheidungsstufe zweier gleichlautender Namen geschieht durch dieBeisetzung des väterlichen Taufnamens. Gibt es im Orte z. B. zweiMänner namens Jozo Prislić, so wird der Name des Vaters im Genitivnachgesetzt, und zwar Jozo Prislić Antunov( des Anton), wenn er amLeben ist, und Jozo Prislić pokojnoga Antuna( des ruhigen, d. h.seligen Anton), wenn er gestorben ist. Diese Bezeichnung ist so ein-gebürgert, dass sie fast von allen Personen angewendet wird, wenn
*) Die am häufigsten vorkommenden Namen des sehr eintönigen Taufregisters sindbei den Männern: Jozo, Ivo, Vido, Stipo, Pero, Anto, Mato, Niko, Pavo, Miho, Vlaho,Visko; bei den Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag Weibern: Mare, Ane, Kate, Vice, File.