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Hovorka.
Im hinteren Oetzthale und im Schnalser Thale hörte und sah ichnichts von Kröpfen und Cretins.
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Deswegen wollte ich im Jahre 1897, also fast zwanzig Jahre nachmeinem ersten anthropologischen Besuche des Oetzthales, als 82jährigerGreis nochmals nach Dorf Oetz fahren und dort im Sommer mehrereWochen bleiben, um diese zwei pathologisch so merkwürdigen WeilerOetzermühle und Habichen genau zu untersuchen. Wirklich warich anfangs Juli 1897, ausgerüstet mit 300 englischen Schilddrüsen-Tabletten, schon in Innsbruck und wollte nach wenigen Tagen nachOetz fahren. Aber da erkrankte ich im Hotel Tirol plötzlich an einemheftigen Anfall meines alten Magenleidens und musste nach drei Tagenwieder zurück nach Hause fahren, wo ich erst nach drei Wochen dasBett wieder verlassen konnte.
Seitdem habe ich jede weitere Reise absolut ganz aufgegebenund daher auch jede Untersuchung der Kropf- und Cretinherdevon Oetz.
Schloss Reichenbach bei Meran.
Dalmatinische Spitznamen.
Dr. Oskar Hovorka Edler v. Zderas, Agram.
Bei der dalmatinischen Landbevölkerung, deren patriarchalischeFamilienverfassung sich infolge der ungemein conservativen Ge-sinnung derselben so lange zu erhalten vermochte, und bei welcherder Contact mit fremden Elementen relativ selten stattfindet, ist dieGelegenheit zur Entwicklung der verschiedenartigsten Spitznameninfolge der vielen gleichlautenden Familiennamen von vornhereingegeben. Auch auf der Halbinsel Sabbioncello( Pelješac), welche fastausschliesslich von dem benachbarten Bosnien und der Herzegowinaaus besiedelt wurde, ist diese Einförmigkeit und verhältnissmässiggeringe Anzahl der Familiennamen auffallend, und es gibt einzelneDörfer, welche trotz einer nicht geringen Anzahl von Bewohnerndoch nur einen einzigen Familiennamen besitzen. Auf diese Weisewird der letztere natürlich ganz überflüssig und keinem Menschenpflegt es dann einzufallen, denselben zur näheren Bezeichnung einerPerson zu gebrauchen; der Spitzname wird dadurch nicht nur zueinem nothwendigen Uebel, sondern zu einem wirklichen Nothbehelf,wenn auch mitunter gegen den Willen und zum höchsten Verdrusseseines Trägers. Stellt man an ein Dorfkind die Frage, wie es heisse,so erhält man zur Antwort zunächst seinen Taufnamen, zum BeispielJozo mali oder Mare mala,*) wenn man weiter fragt, wie es» noch
*) Mali, das heisst klein; so werden nämlich alle Kinder von den Erwachsenenbezeichnet und es ist oft komisch anzuhören, wie sich die kleinen Knirpse wie selbst-verständlich als„ ja sam Jozo mali"( ich bin der kleine Jozo) bezeichnen.