Schlesische Lebzeltformen.
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stellen von Gegenständen ablehnend verhalten hatte, doch des Inter-essanten die Fülle, so dass dieselbe, die ursprünglich nur auf drei Tageberechnet war, sechs Tage für das sich immer mehr erwärmende Pu-blicum offen gehalten wurde: es will das viel sagen in einer Stadtvon nicht viel über 6000 Einwohnern.
Ganz besonders unserer Stadt angehörig waren die ausgestelltenLebzeltformen. Die Ahnen des heute dem Stande der Leinengross-industriellen angehörigen Freiwaldauer Patrizierhauses Raymannwaren in langer Linie Lebzeltner und Wachszieher gewesen, derletzte Lebzelter dieses Namens, Josef Ray-mann, lebte in den ersten Decennien diesesJahrhunderts und übergab das Geschäft, umsich ganz dem Garnhandel und der Leinen-erzeugung zu widmen, seinem aus dem be-nachbarten Preussisch- Schlesien eingewan-derten Werkführer Franz Otte, und befindetsich das blühende Geschäft heute im Besitzeder Witwe nach dem Enkel dieses FranzOtte. Dieses alte Haus hatte, wie angedeutet,eine Reihe Lebzeltformen ausgestellt, vondenen wir die drei( unstreitig) ältesten imBilde vorführen.
Die Lebzeltform A( Fig. 1) zeigt auf dereinen Seite einen Edelmann, unten ist dieJahreszahl» 1661 r H H« zu lesen, auf deranderen Seite sehen wir eine Edeldame.( Fig. 2.)
Fig. 5. Schlesische Lebzeltform( C):
Edeldame.
Form B( Fig. 3) ist entschieden diekunstvollste: auf der einen Seite eine Königinin der Hand eine Tafel, welche in einer ArtKeilschrift die Worte, Urban Haberlandt"also den Namen des Künstlers enthält. Daskunstvolle Kleid zeigt Doppelaar, Hirsch und Pferd. Der Edelmannauf der anderen Seite( Fig. 4) ist in der Tracht des 16. Jahrhunderts.Tafel C( Fig. 5) zeigt eine Edeldame mit Pfauen im Gewande,die andere im Bilde nicht vorgeführte Seite Georg( oder Michael) denDrachentödter.
Die Tafeln sind je 29.5 cm lang und 15.5 cm breit. Dass dieseFormen Werke der Kleinkunst sind, beweisen die nach Photographienhergestellten Bilder; Schöpfer der Form B ist Urban Haberlandt; vonHaberlandt wahrscheinlich auch die Form A.
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