Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde5 (1899) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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5 (1899) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Kettner.

neuere Zeit trotz der schon vielfach durchgeführten Theilung derArbeit, trotzdem man eifersüchtig darüber wachte, dass Keiner demAndern in's Handwerk pfusche, von den Pfefferküchlern selber her-gestellt wurden. Die Lebzeltner mussten nicht nur das Backen dervielbegehrten Leckerbissen verstehen, sie mussten auch mit demStecheisen umzugehen wissen, und war diese Arbeit ihres Berufesdie ungleich schwierigere.

Im verflossenen Jahre hatte in Freiwaldau ein Kreis von Damenunter Mitwirkung des Schreibers dieser Zeilen eine Ausstellung>> Alt-

Fig. 3. Schlesische Lebzeltform( B 1): Königin.

Fig. 4. Schlesische Lebzeltform( B 2): Edelmannin der Tracht des 16. Jahrhunderts.

freiwaldau ins Leben gerufen, welche Ausstellung zeigen sollte, wiees zur Vorväterzeit in Stadt und Dorf gewesen: wir sollten unsereVorfahren von der Wiege bis zum Grabe begleiten. Die Ausstellungführte uns in das einfache und doch so trautliebe Dorfstübchen, sieführte uns in die Stube des Städters mit ihrem gediegenen Hausrathe,sie zeigte uns, was des Bürgers Fleiss in früheren, längst vergangenenTagen geschaffen, zeigte uns, dass unsere Ahnen ein wehrhaftGeschlecht gewesen, stets zur Vertheidigung ihres Heims bereit, dassie sich einst mit dem Pfluge und der Egge als Bauern, mit der Pikeund Haue als Bergleute, dem Webstuhle und anderem Handwerks-zeuge als Bürger durch sauere Arbeit errungen.

Die Ausstellung bot, trotzdem ein grosser Theil des Publicumsin Stadt und Land sich dem Unternehmen in Bezug auf das Aus-