Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde3 (1897) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
3 (1897) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Kleine Mittheilungen.

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Die Zeit, wann man das Ei ausbrüten soll, ist auch nicht überall gleichgiltig für dieseSache. In Jalenkowate( Skoler Bezirk) und in Borussow( Bobrkaer Bezirk) glaubt man, dass man es9 Tage und 9 Nächte unmittelbar vor Ostern in der Achselhöhle tragen muss; am Ostersonntaggeht man, das Ei noch immer unterm Arme haltend, zur Frühmesse in die Kirche und auf dieWorte des Priesters:« Christus ist auferstanden»( christos woskres) antwortet man leise:« Meinerist auch auferstanden!>> In diesem Momente kriecht der Hausgeist aus dem Ei heraus.

Auch hält man es manchmal für nöthig, das Ei in Wolle einzuwickeln und so einge-wickelt zu tragen.

Den Hausgeist kann man jedoch auch auf eine andere Weise bekommen. Darüber hatmir Michajlo Holub in Borussow Folgendes berichtet:« In Lemberg ist eine Handlung, in welcherauf der Wand zwei Kreuze hängen; eins ist echt, das andere aber mit Pech gemalen. Diesesechte soll man schlagen und das gemalene küssen, dann wird der Kaufmann den chówanec geben.>>Über das Wesen und Treiben des Hausgeistes erzählt man in Galizien viele und ver-schiedene Versionen. Die markantesten führe ich hier an:

<< Einen chówanec hält man irgendwo verschlossen, in der Kammer oder am Boden,damit ihn niemand sehe. Einmal im Tag gibt man ihm in einem Scherben allerlei Speise zuessen, jedoch darf sie nicht gesalzen sein. Denn, wenn man ihm sie zufleiß oder zufällig salzenwürde, so rächt er sich dann schwer dafür.»( Aus Kruszelnica, Skoler Bezirk, gehört vom AntonLazorewica.)

« Der alte Lucj Melnijk hat am Boden einen chówanec gehabt, und dadurch wurde er imganzen Dorfe am reichsten. Dieser chówanec war wie ein kleiner Herr, im schwarzen Rock mitglänzenden Knöpfen. So haben ihn einige Nachbarn gesehen. Manchmal kommen die Leute insHaus, die Kinder wiegen sich in der Wiege, und chówanec sitzt unter ihnen mit einer Pfeife imMunde; und da wiegt er sich mit ihnen so hoch, bis zum Plafond hinauf. Einmal haben dieHausleute vergessen und gaben ihm ein gesalzenes Haferbrei; dann sind sie aufs Feld wegge-gangen.Sie kommen vom Felde zurück, schauen nach, und der hat den Ochs auf den Bodenhinaufgezogen und ihn dort kopfunter auf einem Balken aufgehängt. Alle haben es gehört, wiesich dann der alte Lucj mit ihm auf dem Boden gezankt hat. Und als der alte gestorben ist, sowar noch der chówanec etwa ein Jahr nach seinem Tode im Hause. Und dann wollte ihn.schon des Lucj sein Sohn nicht länger halten, denn er fürchtete um seine Seele. Also einmal,als der chowanec in die Schublade im Tisch gekrochen war, hat er schnell dieselbe mit Nägelnzugeschlagen und dann, als großes Wasser kam, den Tisch in den Fluss geworfen.Aber amanderen Ufer ist sein Schwager gewesen, der hat also den Tisch gefangen und seitdem wurde ersehr reich.»( Aus Kruszelnica, geh. von Ewa Daniw.)

Die Vorstellung vom Hausgeist schwimmt im Volksglauben oft mit dem Begriffe desHeckepfenniges( inkluz) zusammen. Solch eine Mischung dieser beiden verschiedenen Vorstellungenstellen folgende zwei Erzählungen, die ich von Satjana Michajlowicz in Holowecko, Skoler Bezirk,gehört habe, vor.

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Wo ist denn IhrUnd da nahm er

« Es gieng ein Bauer am Felde und sah, dass einer mit vier Ochsen allein ackert, hörteaber dabei, dass ihm etwas die Ochsen treibt: rechts, links! ohne dass irgend jemand zu sehenwar. Er kommt näher es pfeift dort etwas. Da sagte er:Wer treibt denn Ihnen, HerrWirt, die Ochsen?- Es treibt mir, sagt jener, mein Sohn die Ochsen.Sohn, dass man ihn nicht sieht? Nun, dorten im rechten Ohre des Ochsen.etwas aus dem Ohre heraus, das war ein Apfel, denn in solchem Apfel sitzt dieser Winkluz. Unddieser Bauer sagte dann: Verkauft mir doch doch diesen Sohn! Gut, ich verkaufe euch!Wie viel wollt ihr denn?- Gebt, sagte er, drei Gulden.- Dieser nahm das Geld heraus, gabihm und sagte: Ich gebe euch, nur dass er von mir nicht durchgeht! Und versteckte ihn indie Tasche unter das Geld. Kam nach Hause und freute sich sehr, dass er nun nicht mehrbrauchte einen Diener zu halten. Dann will er ihn aus der Tasche herausnehmen, aber es warweder das Geld noch der Apfel da.»>

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« Ein Priester fuhr zum Markt, handelte dort am Marktplatze herum und begegneteeinem Bauer, welchem etwas unter dem Arme sang. Da fragte ihn der Priester: Was singt sobei dir? Bitte, Euer Gnaden, das singt bei mir mein Sohn so schön.Der Priester sagte:Verkaufe mir ihn! Zog heraus der Bauer und das war sammsónn oder Winkluz, so ein rotherApfel. Da fragte der Priester: Was willst du denn dafür? Sagte der Bauer: Ich will zwei

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