Kleine Mittheilungen.
II. Kleine Mittheilungen.
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Einiges über Bauernaberglauben im Bezirke Braunau am Inn.
Mitgetheilt von Hugo von Preen, Osternberg.
1. Bockhäuteln oder Eschballen. Vor Georgi ziehen die Burschen mit einem Wisbaumherum und schlagen mit den Windlöffeln aus Eschenholz auf denselben, dass es weithin gehörtwird. Diese Procedur wird vor den Fenstern der Dirnen vollführt und gilt als eine Art Haber-feldtreiben. Dieser Brauch ist jetzt fast ganz verschwunden und bei der Jugend in Vergessen-heit gerathen.
2. Kehrt der Bauer am Palmsonntag aus der Kirche heim, wird der dort geweihtePalmbaum auf's Hausdach geworfen. Wer von den Bewohnern denselben zuerst herunterholt, be-kommt vom Bauer an Ostern zwei rothe Eier und ein Küchel.
3. Am Ostersonntag stehen die Leute um 2 Uhr früh auf, gehen um ihre Felder herum,heben eine Scholle Erde aus und lassen sie weihen. Nachher bringt man die Geweihte wiederauf's Feld und kann dann auf gute Ernte hoffen.
4. Am Ostersonntag gehören alle gelegten Eier den Dirnen des Hofes.
5. An Sonnwenden oder Johanni springt der Bauer mit der Bäuerin dreimal über dasFeuer, damit der Flachs im Jahr gedeihe. Es ist auch Brauch, bei dem Bereiten des Feuers dieHolzbündel sich schenken zu lassen oder sie zu stehlen. Die Art und Weise der Feuer ist hierähnlich denen im übrigen Deutschland. Es sind immer dieselben Orte, wo Feuer angemacht wird.Mit Vorliebe sucht man sich gabelnde Straßen dazu aus.
6. An Maria Geburt( kirchliches Erntefest) opfert der Bauer zwei Wachskerzen, auchverbrennt er drei Korngarben.
7. Zur Zeit der« Kornröth», d. h. wenn das Korn aus dem Boden sprießt, soll mansich zur Ader lassen..
8. Heimgehen der Verstorbenen. Wird eine Leiche vom Hause ausgesegnet, so soll'sdem Verstorbenen nicht möglich sein,« heimzugehen>>.
Beim Aussegnen der Leiche müssen die Bienenstöcke, falls solche auf dem Schrotstehen, gehoben werden, sonst gehen sie zugrunde.
9. Teufelsbeschwörung. Am Kreuzungspunkte zweier Straßen, auf welchen öfterLeichenbegängnisse stattfinden, kann man den Teufel citieren. Man beschreibt einen Kreis, stelltsich in die Mitte desselben, worauf der Teufel sein Spiel versucht. Er erscheint in Gestalt einesRäubers, eines Heuwagens und so fort. Lässt sich der Betreffende nicht irre machen und ver-weilt auf seinem Platze, bis die Leute von der Christmette heimkommen, wird ihm die Zukunftoffenbar. Vorausgesetzt muss aber werden, dass der Betreffende neun Tage vorher nicht gebetet,noch Weihwasser genommen hat.
10. Unglückszeichen. Tritt man eine Reise an, und es kreuzt den eingeschlagenen Wegein Hase, oder es begegnet einem ein altes Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib, oder es fliegt eine Elster schreiend über denWeg, so bedeutet das Unglück, und man thut gut, zurückzukehren und die Reise noch einmalzu beginnen.
II. Verhext. Richtet der Saatschnellkäfer Schaden an, so hat das der verhexte Nachbaroder der Satan selbst gethan.
Wenn man einmal< die Hexe hat», d. h. wenn die Hexe ihr Unwesen bei einem treibt,darf man Niemand etwas verabreichen.
12. Hexenbann. Am Tage vor Georgi werden überall an jedes Fenster und jede ThüreZweige der Traubenkirsche( Else oder Elsebeerstrauch hier Elexen genannt) gesteckt, um hier
der Hexe den Einzug unmöglich zu machen.
13. Fuchsbann. Läuft man dreimal ohne sich umzusehen vor Gebetläuten um's Haus,holt der Fuchs in diesem Jahre kein Geflügel.
14. Froschbann. Läuft man am Palmsonntag dreimal um eine Froschlacke oder Grube,ohne ein Wort zu sagen, schweigen im Sommer die Frösche.