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Literatur der österreichischen Volkskunde.
Rechnung ist in den Beilagen reproduciert. Die von St. Cercha gesammelten Märchen werdenweiters eingehender besprochen. Einen ausführlichen Beitrag zur Volksmedicin bringtF. Wereńko aus den Grenzbezirken der Gouv. Minsk und Witebsk.( S. 99-228); theilt unteranderem weißrussische Beschwörungsformeln mit, belegt auch den Gebrauch der Sator- arepo- Formelu. ä. gegen verschiedene Krankheiten. Blažej Pawłowicz theilt mannigfaches Materialzur Charakteristik der Bevölkerung eines Dorfes aus dem Bezirke Tarnow mit( S. 229-265); wirlesen verschiedene Bemerkungen über das Temperament, die Tauf- und Spitznamen, ausführlicheresüber sociale und nationale Begriffe des Volkes: sein Ideal ist eine absolute Monarchie, Con-stitution ist Thorheit, die nur Leute interessieren kann, die keine andere Arbeit haben; alleWahlen nimmt das Volk nur gezwungen vor; nach der königlichen Regierung kommt unmittelbardie Gemeinde- Obrigkeit, dem Vorstand der Gemeinde gehorcht das Volk u. a.; weiter über Rechts-begriffe, Glauben, Aberglauben, Hochzeit u. a. Endlich werden einige Sagen und Märchenmitgetheilt:
Nr. 1.
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« Vom König Lokietek»( S. 255) ähnlich dem von Salomon, wie dieser Himmelund Meer maß. Vgl. Kolberg Lud. VIII, S. 103 f. Žytje i Slovo 1894, H. 6, S. 352; 1895,H. 6. S. 349. Nr. 2, 3( S. 255 f.).« Von dem in der Tatra schlafenden Heer.»>> Vgl. Zbiórwiad. V, Abth. 3, Nr. 22; XIII, Abth. 3, S. 35, 37. Slov. Pohlady 1893, H. 3, S. 170.Václavek, Valašské poh. a pov. 1897, S. 122 f. Kulda III, S. 268 f. u. a. Nr. 4( S. 257).Lügenmärchen. Nr. 5( S. 258 f.).« Vom Mili Wojtek.» Zu Grimm K. H. M. Nr. 19< dasBürle». Juden angeführt, Schläge ihnen verkauft etc.- Nr 6( S. 260 f.). Bedingung im Dienstesich nicht zu ärgern, wer sich zuerst ärgert, Knecht oder Herr, dem wird die Nase abgeschnitten.Vgl. Kolberg Lud. VIII, 189 f. Zbiór wiad. XIII, Abth. 3, S. 200 f. Chełchowski I, 44;Sláma Slezské poh. a pov. Nr. 6. Chudjakov I, Nr. 27, Trejland S. 12 f. Dowojna Syl-westrowicz II, S. 116 f. Sbornik mater. Kavkaz. XII, S. 123 f. Strohal Nr. 58, Kres IV1884), S. 32 f. Šapkarev Nr. 33, S. 55 f. Sbornik za nar. umotvor. VII, Abth. 3, S. 179 u. a.Endlich finden wir noch einige wenige Anekdoten( S. 261, Bauer vom Juden verklagt,der Richter rathet ihm, einen Narren zu spielen u. s. f.), Lieder, Balladen u. a. JanŚwiętek schildert sehr eingehend die Gewohnheiten und Rechtsvorstellungen der Bevölkerungder Gegend am Fluss Raba zwischen Gdów und Bochnia in Westgalizien( S. 266-362).Helena Zimmerowa druckt eine kleine Sammlung kleinrussischer Lieder meist aus dem Gouv.und Bezirk Poltawa, vielfach sammt Melodien ab( S. 363-379). Roman Zawilińskibringt einen weiteren Beitrag zur Ethnographie der polnisch- slowakischen Gebirgsbevölkerung ausden nördlichen Grenzgebieten des Com. Trentschin( S. 380-425): schildert ausführlich Küche,Gebräuche, insbesondere die Hochzeit, indem er deren Beschreibung aus der Feder eines Insassenaus Skalite im localen Dialekte treu abdruckt; weiter theilt er Lieder( polnische wie slowakische)mit, drei Märchen, 1. Variant zum« Bürle» Grimm K. H. M. Nr. 61; 2. Aus 30 Eiern 30Burschen ausgebrütet, treten in Dienst bei einem Kaiser; Getreide von Pferden zertreten; gegenden Rath des Pferdes hebt der jüngste der Brüder am Wege auf den goldenen Schweif einesKaters, eine goldene Feder und ein diamantenes Hufeisen etc., zum Schluss Bad im siedendenPech; 3. Wie das schlechte faule Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib auscuriert wurde, endlich einige wenige Räthsel undBemerkungen zur Volksmedicin.Prof. Dr. Polívka.
10. Baśni ludowe zebrane we wsi Przebieczanach( w powiecie wielickim) przezStanisława Cercha.[ Volksmärchen im Dorfe Przebieczany im Bez. Wieliczka,gesammelt von St. Cercha]. Materialy antropolog-archeolog. i etnograficzne I, 1896, S. 51-98.
Diese Märchen, 15 an der Zahl, zeichnete der Herausgeber sämmtlich aus dem Mundeeines einzigen Insassen des genannten Dorfes auf, und zwar mit einer minutiösen Treue, wie wirsie bei den polnischen Folkloristen schon gewöhnt sind. Der Dialekt und die Sprachweise desErzählers ist vollständig bewahrt. Es ist sehr lohnend zu beobachten einerseits den Einfluss derSchriftsprache, andererseits das Eindringen von deutschen Ausdrücken hauptsächlich durch Soldaten.Hier interessieren uns nur die Märchen an und für sich, die Wiedergabe allbekannter Märchen-stoffe und die Bearbeitung der einzelnen Motive. Im folgenden will ich einige Märchen näherbesprechen und auf ähnliche, in erster Reihe slawische Erzählungen hinweisen.
Nr. 1.« Das kluge Mädchen.» Vgl. Zschr. f. öst. Vk. II, 189, Wisła 1895, S. 399,Dobrowolskij Smolenskij Sbornik I, S. 253. Aretin Pacha, Contes popul. de la Vallée du NilS. 185 f., Nr. 15.