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Pichler.
gebungsweise. Eine vollständigere Auswahl, als sie hier beabsichtigt seinkann, würde solches noch schlagkräftiger auf allen hier nicht beschrittenenLinien beweisen. Ziemlich vollständig innerhalb des deutsch- österreichischenAlpengebietes haben wir nur sein wollen in den Beispielen, welche Bühelund Gefolge betreffen; im übrigen ist das Vollständige lediglich ange-deutet, auch sind die Beispiele ausnahmsweise hergenommen worden ausdem benachbarten Gebiete, seltener aus dem Reichsgebiete überhaupt.Wir zählen Deutsche in den österreichischen Alpenländern vierMillionen 900.000,` auf einen Quadratkilometer 108.526, nämlich in den( hierbesonders durchwanderten und beachteten) Gebieten Österreichs unter-und oberhalb der Enns, Salzburg, Tirol, Kärnten, Krain, Steiermark; wirzählen aber Deutsche in ganz Österreich- Ungarn 10 Millionen 570.000.Für unsere Zwecke war es, weil wir das Göttergeschenk der Alpen theilenmit den in tausendjährigem Culturflor berühmten Latinern und mit denSlowenen, gewiss nothwendig, einige kurze Vergleiche herbeizuziehen ausdem Sprachschatze der Nachbarn, der allerdings sich hätte weiter verfolgenlassen; allein schon mit dem eigenen Hab' und Gut war es geboten,äußerst sparsam im Raume umzugehen.
« Zur süddeutschen Namenskunde» hat uns Karl Weinhold, schaf-fensfroh an beiden Polen deutschen Hochschulwesens und vorbildlich thätignoch im Herzen deutscher Reichskraft, erst in jüngster Zeit einen¹) weit-führenden Leitfaden gegeben, welcher zunächst erkennen macht, dass dieFamilien- Namen, wie in einem östlichsten Gebiete der deutsch- österreichi-schen Alpenländer, so auch vorwiegend bis gegen die Schweiz hin, durchStadt und Land schon seit des XIII. Jahrhundertes Ende entwickelt undverbreitet waren, dichter verfolgbar seit Anfang des XIV. Jahrhunderts.Eigentlich merkwürdig spät, bedenkt man die individuellen Forderungendes Staatsbürgers, der doch nicht nach Schock und Schar gezählt seinwill und sich gewiss selbst in seiner engen Sippe unterscheidet durchpolitische Richtung, in Arbeitweise, Buch- und Gemüthsbildung, haupt-sächlich in den Standesforderungen.
Die neue Zeit, die Habsburger- Zeit, hat hierin des Neuen, nochnicht genug erkannten, genug geschaffen. Ist ihre Kraft doch aus Westgekommen, nicht aus dem Ost, der damals ein culturell Wichtiges gewissnicht vorgestellt hat. Um gleich auf das Sonderheitliche überzugehen,verfolgen wir Weinhold's Darlegung: dass um und vor 1298 schonin des Alpen- Volkes Sitte vorbereitet war, von der Lage der Ansiedelung( des Hofes und Gefildes also) den Eigner zu benennen. So begegnet unsein Wulfing am puchel 1390, darnach ein Lewpolt am rigel, heinreich amchogel; es werden die Beibezeichnungen im Hausstamme erblich, so dassgewisse Geschlechterreihen erstehen, die freilich nur bei nachgefolgterFreistellung, Bereicherung und Adelung im Schrift- Andenken verbliebensind. Mit Haidmar dem pucheler und anderen meist im steierischen Ober-
1) Zeitschrift des Vereines für Volkskunde, Berlin 1895, S. 119.Mitth. d. G. f. s. Lkde. I 1860. 31, Höhennamen.
Dr. A. Prinzinger in