Kleine Mittheilungen.
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209.Wenn jemand abends in ein Haus geht, wo sich ein kleines Kind befindet, sohinterlässt er daselbst eine von seinen Sachen oder ein Tuch, denn ansonst würde er den Schlafdes Kindes mit sich nehmen und dasselbe würde ineinemfort weinen.
210. Hat jemand abends irgend einen Wunsch, während der Himmel voller Sterneist und fällt gerade dann ein Stern, so glaubt man, dass sein Wunsch in Erfüllung gehen wird.21 I. Über die Schwelle ist nicht gut die Hand zum Kusse zu reichen, denn dannwürde derjenige viele Kinder haben, der die Hand küsst.
212. Derjenige, welcher den Barscht anfüllt, soll zornig sein, dann wird der Barschtsauer sein.
213. Das von einem sanguinischen Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibe angemachte Brot soll sehr gut gähren, jenesvon einem phlegmatischen Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibe angemachte aber weniger gut.
214. Wenn, bei Beginn einer Arbeit zufällig ein fleißiger Mensch das Haus betritt, soglaubt man, selbe werde rasch vorwärtsschreiten, wenn aber ein Faulenzer hereinkommt, so wirdsich die Arbeit in die Länge ziehen.
215. An den hl. Abenden, wenn der Weizen mit Mohn zubereitet wird, ist es nichtrathsam von demselben vor dem Nachtmahle zu kosten, denn sonst würden einen die Flöhe durchdas ganze Jahr hindurch beißen,
216. Man glaubt, dass die Wölfe es nur bis zur Erscheinung Christi auf die Menschenabsehen, später sollen dieselben nicht so gefährlich sein.
217. Am Vorabend des hl. Andreas führt ein Mädchen ein zweites, dem die Augenverbunden sind, hinaus zu einem Zaun, wo letzteres die Pflöcke bis neun zählt und hierauf denneunten mit einem Wollfaden oder Bande umbindet; am nächsten Tage früh wird der Pflock be-sichtigt und je nach dem Aussehen desselben, ob hoch, dünn, dick etc. wird auch der zukünftigeGatte jenes Mädchens sein.
218. Um zu erfahren, ob ein Mädchen im laufenden Jahre heiraten wird, nimmt eivWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib am hl. Andreastage ein Handtuch und legt es unter eine Schüssel und ein gewöhnlichesKopftuch unter eine zweite und stellt selbe im Vorhause hin und lässt das Mädchen eine dieserSchüsseln aufheben; hebt es nun jene mit dem Handtuche, so ist es ein Zeichen, dass es heiratenwird, hebt es aber die mit dem Kopftuche, so ist eine Heirat noch ferne.
219. Am Vorabend des hl. Andreas horchen die Mädchen unter den Fenstern, was imHause gesprochen wird; hören sie nun, dass man jemandem sagt, er möge sitzen, so glauben sie,dass sie in jenem Jahre nicht heiraten werden, hören sie aber wie man jemanden wegschickt, soist dies ein Zeichen einer bevorstehenden Heirat.
220. Will ein Mädchen wissen, von welcher Dorfseite ihr Zukünftiger kommen wird,da wirft es am Vorabend des hl. Andreas einen Schuh oder Stiefel über das Haus, untersuchtdann die Lage des heruntergefallenen Schuhwerkes und glaubt, dass ihr Freier aus jener Richtungkommen wird nach welcher die Schuhspitze zu stehen kommt.
221. Wenn ein Mädchen wissen will, ob es ein gewisser Bursch heiraten wird, sonimmt es eine große, mit Wasser angefüllte Schüssel, worin es zwei kleine aus Wachs geformtemit kleinen Lichtern versehene Schüsselchen an entgegengesetzten Randstellen hineingibt; hierauferwählt es ein Licht für sich und das zweite für den gewünschten Burschen, worauf sie angezündetwerden. Kommen nun diese auf dem Wasser schwimmenden Schüsselchen zusammen, so ist esein Zeichen, dass es vom ersehnten Burschen geheiratet werden wird, begegnen sie aber einandernicht, so wird es der Betreffende nicht heiraten.
222. Wenn ein Mädchen den ganzen Tag des hl. Abends vor Christi Geburt bis Mitter-nacht, ohne ein Wort zu reden, fastet und dann in den Spiegel schaut, so sieht es darin nichtihr Bild, sondern das des ihm Bestimmten.
223.
Man glaubt, dass jener, dessen linke Wade erzittert, einen Freund erwerben werde.224. Um vor Zahnschmerzen verschont zu sein, soll man jene Stellen eines Brotes essen,wovon Mäuse genagt haben.
225. Das Niesen am Samstage in aller Früh ist ein Zeichen, dass der Niesende dieArbeit, welche er vornahm, nicht zu Ende führen werde.
226.
Wenn Jemand über andere Personen Einfluss haben will, soll er während desBrotbackens zwei Brote zuerst in den Backofen geben und dieselben auch zu allererst heraus-nehmen, dann dieselben im Altar über zwei Sonntage, ohne dass jemand davon erfährt, stehen