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Kleine Mittheilungen.
in Hofn, wenn i lock', künnst g'loffn» Wasche ich deine Füße im Hafen, wenn ich lockekommst gelaufen.
Nach dem Essen am< hl. Abende» ¹) richten die Knechte oder der Bauer selbst das« G'leck», aus Kleie, Salz und Speiseresten vom Abendtische bestehend, zusammen.Der großeKnecht reicht dieses den Ochsen mit den Worten:« Dau, Oksn, schickt enk da Baua aa' wosvan haling Aumnd»= Da, Ochsen, schickt euch der Bauer auch etwas vom heiligen Abend. DieOchsen vermögen während der hl. Mette zu sprechen.
Nach dem hl. Abend- Essen tragen die jüngeren Hausgenossen dem< Zempa» oder der« Perchta» das Essen, aus Speiseresten von der Abendmahlzeit bestehend, in die Gärten, und dieMädchen singen hiebei:
« Baal, Hundal, baal,
< Üwa neu( n) Kirchaspitz',
< Wau ma( n) schäin's Löiwal sitzt.»
Das heißt:« Belle, Hündchen, belle,
<< Über neun Kirchenspitzen,
< Wo mein schönes Liebchen sitzt.>>
Dort, von woher das Hundegebell hierauf tönt, wohnt der Geliebte der Ruferin.Beim Brotbacken wird aus dem letzten Teig ein« Guatslaiwl»( Gottesleibchen?) gebackenund dem Hausarmen geschenkt. Brosamen wirft man ins Feuer, damit die armen Seelen etwaszur Nahrung haben. Den Brotlaib darf man nicht auf die< schwarze Seite» legen, und in die
Milch nicht Brot mit dem Messer schneiden.
An Samstagabenden( und den Abenden der« Loosnächte») darf nicht gesponnen werden;auch am Rocken darf nichts bleiben, weil sonst« unsere liebe Frau»( Freia?) keine Ruhe hat unddie Hexen im Hause Gewalt erhalten. Haben die Mädchen ihren Rocken nicht abgesponnen, sokommt in der Nacht die« Trud» und drückt sie. Wer am Samstage oder Faschingsdienstagespinnt, spinnt für einen Galgenstrick u. s. w.
Die dargestellten Sitten und Bräuche haben große Ähnlichkeit mit denjenigen der an-liegenden reichsdeutschen Gaue, was sich aus der Herkunft der deutschen Bevölkerung der PlanerGegend genügend erklärt. 2)
Volksglauben der Rumänen in der Bukowina.
Vom Pfarrer Demeter Dan, Straża( Bukowina).( Fortsetzung).
151. Wenn in einem Hause, wo mehrere Mädchen sind, eine Myrte aufblüht, so glaubtman, dass eine von den Töchtern des Hauses ehebaldigst sterben werde.
152. Man glaubt, dass, wenn die Schwiegermutter von irgend jemand in ein Haus alsGast kommt und daselbst die Hausgenossen gerade beim Speisen antrifft, sie noch lange Zeitleben wird.
153. Es wird geglaubt, dass wenn jemand mehrere Kinder hat und alle in ein unddasselbe Hemd tauft, dieselben erwachsen zusammenhalten werden; wenn aber jedes Kind in einanderes Hemd getauft wird, so sagt man, dass jedes für sich d. i. egoistisch sein wird.
154. Es ist nicht gut Wachskerzen in irgend ein Haus zu tragen, denn in diesem Fallewürde jemand dort sterben.
155. Man glaubt, dass es nicht gut ist etwas auf seinem Körper zu nähen, denn dannvernähe man den Verstand; um nun dieses zu paralysieren, muss man einen Zwirnsfaden in denMund nehmen.
156. Eine schwangere Frau soll nicht Sonntags nähen, denn sonst würde ihr Kind einevernähte d. i. kurze Zunge haben.
1) Vorabend des hl. Christtages.
2) Fr. Schönwerth. Aus der Oberpfalz. Sitten und Sagen, 3 Bände. Augsburg1857-59.— Bavaria.( Landeskunde von Bayern), 2. und 3. Band. J. A. Köhler. Volks-brauch, Aberglauben, Sagen etc. im Vogtlande. Leipzig 1867.