Ländliche Kerbschnittkunst in Österreich.
1869
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1867) II. S. 108 f. und bezeichnet sie dort alsvolksthümliche Bannmittel. In Tennenpfähleund Holzgesimse schneidet man mit VorliebeEmbleme oder auch die Hausmarke ein. SolcheEmbleme sind drei oder fünf gekreuzte Ähren,der Trudenfuß, drei schiefe Kreuze, der Todmit der Sensé oder der Auferstandene auf einemPfluge sitzend u. s. w. Statt ihrer nagelt manhäufig Eulen oder Fledermäuse mit ausgebrei-teten Schwingen an's Scheunenthor oder an diePfähle und glaubt damit Viehseuchen und Blitz-schlag abzuwehren. Was nun die Hausmarkebetrifft, so ist sie das rechtliche Eigenthums-und Besitzzeichen, von dem es im Sprichworteheißt Alte Zeichen lügen nicht. Sie wird daherauf allen in die Augen fallenden Theilen desHauses und Hofes, wenn nicht eingeschnitten,so eingebrannt oder eingehauen: amGebälke der Hausthür, der Stubendiele und des Firstes; auf den Flügelndes Hofthores, auf Schrank und Truhe, auf Kirchenstuhl und Leichensteinerscheint sie, auch auf Feldgeräthen und selbst auf dem Boden der Milch-näpfe. Wie heute der Müller sein Zeichen auf den Kornsack setzt, derHafner auf's Geschirr, der Bäcker auf den Brotlaib, so steht des BauernHausmarke auf dem Sacke, den er zur Mühle führt, auf dem Eisenwerk-
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Fig. 52. Dorfbrunnen.
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Fig. 53-56. Kinderspielzeug.
zeuge, das er zur Ausbesserung in die Schmiede bringt, auf dem Horn oderOhre des Thieres, das er zum Austreiben auf die Gemeindeweide gibt.
Auch in die Schatzkammer des Bauern, in die« Kornschütt», hatunser ländlicher Künstler Zutritt. Er stattet da die weiten Schüttfächerund die sie durchquerenden Balken mit schmucker Schnittarbeit aus,schneidet ein frommes Sprüchlein oder die Erntepatrone ein und bezeichnetdie Schwelle mit dem feuerwehrenden Pentagramm.
Überall verrathen sich die Spuren seiner Hand: am Dorfbrunnen( 47) so gut wie an der Futterkrippe im Stalle, in den Wohnungen