38
Schukowitz.
Gebiete dieser Kunst. Die geläufigsten decorativen Muster bleiben immer-hin die Rosette, die Palmette und der Stern( 36). In Kärnten undim nördlichen Tirol fanden wir auch Trame, die mit allerlei Haus-sprüchen ausgestattet sind.
Nicht minder mannigfaltig gestaltet
sich ferner der Kerbschnittschmuck an länd-lichen Hausgeräthen aus den früherenJahrhunderten. Und hierin war gerade Ober-Österreich am productivsten. Der Bauerbekundete ehedem eine wahrhaft kindlicheAnhänglichkeit an seinen Hausrath. Es ko-stete ihm lange Überlegung und noch größereSelbstüberwindung, sollteer irgend ein Geräth vor-zeitig vom Platze schaffenund durch ein neues er-setzen. Es vererbte sichim Gegentheile von Gene-ration an Generation, undnoch heute können wir inalten Bauernstuben um denbreiten und niedrigen Ge-
42.
Fig. 47.Nadelbüchschen.
43.
Fig. 48. Besteck.
aus dem
sindetisch den massivgearbeiteten Großvater- oder« Ahnlstuhl>vorigen Jahrhunderte bewundern. Er hat nicht das mindeste von seiner Ehr-würdigkeit bei der Familie eingebüßt, sobald diese noch an ererbtem Kunst-sinn und patriarchalischer Sitte festhält. Und an ihn reihen sich dann die
દુહાન
44.
Fig. 49. Brotteller.
45.
Fig. 50. Decoriertes Feldgeräth.
anderen schmächtigen Stühle mit ihren herzförmigen, geschwungenen Rück-lehnen und den reich geschnittenen Holzsitzen. Sie tragen zuweilen aufarabeskenumrahmten plastischen Dessinmedaillons den Namen eines theuerenFamiliengliedes( 37). Die Schnittarbeit ist hier wie auch in 38 u. 39 zum großenTheile Phantasie- Schmuck und hebt sich aus dem leeren geschabten Feldeganz gefällig ab. An einer geschickten Raumeintheilung fehlt es allerdings in