Ländliche Kerbschnittkunst in Österreich.
37
ist trotz ihres hohen Alters noch gut erhalten. Aber eine geradezu über-raschende Wirkung erzielte mit derselben Technik, allerdings auch mitZuhilfenahme von Farben ein Laienbruder des Franciscanerklosters zuMalacka in Ungarn. Der große Tram des Refectoriums ist nämlichauf den drei freien Seiten mit Blumen-
guirlanden arabeskenartig reich geziert.In der Mitte unten erscheint das Sym-bol des hl. Geistes, umgeben von einemvergoldeten Strahlenkranz, und an der
39.
Fig. 44- Dose.
38.
Fig. 43. Wiege.
der Thüre zugewendeten Tramseite öffnet sich ein reich geschmücktesThürchen eines sogenannten Haustabernakels, in dem eine aus Ebenholzgeschnitzte Madonnenstatuette aufbewahrt wird. Diese Arbeit büẞt indessen
4808
St. Barbara Bit für ims.
40.
Fig. 45. Motiv von einem Betstuhl.
41
Fig. 46. Handspiegel.
gerade durch die Bemalung und Vergoldung sehr viel von ihrem ländlichenCharakter ein.¹) Dies sind aber, wie gesagt, bloß Einzelheiten auf dem
1) Es sei hier bemerkt, dass diese Art des Kerbschnittschmuckes mit Vorliebe unter derslowakischen Bevölkerung des Marchfeldes gepflegt wird. Von dem schlicht verziertenSpielereizeug an bis zu der mit Schnittornamenten überladenen Kleidertruhe finden wir größten-theils dieselbe decorative Manier verwendet.