ΙΟ
5
Ilwof.
Montags was zu schenken,Dienstags was zu denken,Mittwochs einen Brief,Donnerstags eine Freud',
Freitags ein Leid,
Samstags Gäste,
Sonntags das beste,
sagt man, wenn man an einem dieser Tage niest.
Montags fangt die Wochen an,
Dienstags hab i no nix than,
Mittwoch ist die mitte Wochen,
Donnerstags muss i Brotel kochen,
Freitags muss i Zwespen schneiden,Samstags bin i frei.
An hohen Festen der Götter gaben die Germanen dem Teigedie Gestalt eines Götterbildes oder eines göttlichen Attributes. So bukman im Norden beim Julfest Kuchen in Ebergestalt; die gebackenenPferde, Hirsche und anderes ähnliches Backwerk, wie sie heutzutage nochin manchen Gegenden vorkommen, scheinen Überreste aus uraltheidnischer Glossar ::: zum Glossareintrag uraltheidnischerZeit zu sein. In Steiermark werden in den verschiedenen Zeiten des Jahreseigenthümliche Gebäcke bereitet, im Fasching Faschingkrapfen, zu OsternOsterflecken, zu Allerheiligen Allerheiligenstritzel, zu WeihnachtenKletzenbrod( Früchtenbrod) und Putizen( ein mit Nüssen, Rosinen u. dgl.gefüllter Kuchen). In der südlichen Steiermark, also in slawischen Ge-bietstheilen, wird an hohen Festtagen ein Gebäck bereitet, welches< Poganzen» heißt.¹)
Aus dem Kinderleben.
In Graz sagt man den Kindern, die Neugebornen schwimmen inKörbchen die Mur herunter, werden von den Hebammen aufgefangenund ins Haus gebracht. Obwohl Störche hier zu Lande nicht vorkommen,lässt man sie doch auch die Kinder bringen, der Storch beißt die Mutterins Bein; darum muss sie das Bett hüten.
Wenn Kinder mit brennenden Gegenständen( Zündhölzchen, Kerzenu. dgl.) spielen(« zündeln»), sagt man ihnen, sie würden in der nächstenNacht das Bett verunreinigen.
Um Kinder zu warnen, dass sie nicht zu nahe an Gewässern spielen,droht man ihnen mit dem Wassermann, der aus dem Wasser plötzlichemportaucht und sie hinabzieht.
Beim Gähnen macht man den kleinen Kindern über dem Munde
das Kreuzzeichen, um sie dadurch vor Krankheiten zu bewahren.
¹) Bei den Wenden um Zittau in der Lausitz erhalten arme Singschüler wöchentlich einBrod, welche« Pochenze» genannt wird. Beide Namen sind zweifellos desselben Stammes.( S. Neues Lausitzer Magazin, 28. Bd., S. 17.)