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Ilwof.
aufstieß. Ich lege nun anspruchslos all dies geordnet vor und hoffe, da-mit vielleicht einen kleinen Beitrag zur Volkskunde dieses Landes geliefertzu haben.
Manches von dem, was ich auf den folgenden Blättern bringe,mag möglicherweise bekannt und bereits anderswo veröffentlicht sein;auch die literarischen Nachweise, welche ich hie und da gebe, dürfennicht als Ergebnisse systematischer Forschung betrachtet werden, sie sindzufällige Findlinge, welche mir bei ziemlich ausgebreiteter Lectüre auf-stießen und dann an den betreffenden Orten verzeichnet werden.
Von einzelnen Tagen der Woche und des Jahres.Der Dienstag trägt in Steiermark noch allenthalben beim Volkeden Namen Irtag( vom altgermanischen Kriegsgotte Ir, Eor, Ziu.)Der Freitag ist ein Unglückstag, was man an ihm beginnt, endetschlecht. Wer Freitags lacht, wird Sonntags weinen, wer Freitags weint,wird Sonntags lachen. Doch heißt es auch: Wer sich am Freitag dieFingernägel schneidet, bekommt nicht Zahnweh.
Der Samstag ist der Mutter Gottes geweiht.
Am 1. April werden Kinder, um sich über sie lustig zu machen,in die Apotheke geschickt, um Schneckenblut zu kaufen.
Am Gründonnerstag fliegen die Kirchenglocken nach Rom, amOstersamstag kehren sie wieder zurück.
Am Ostersamstag abends werden Freudenfeuer auf vielen Berg-spitzen angezündet.
Zu St. Georgen an der Stiefing, südlich von Graz( vielleicht auchanderwärts) besteht der Gebrauch, dass am Ostersonntage die Bauern-burschen von der Kirche weg mit dem dort geweihten Fleische um dieWette nachhause fahren; wer das Dorf zuerst erreicht, trägt Lob undEhre davon.
Am 1. Mai wird den Bauernmädchen von ihren Liebhabern derMaibaum, ein mit buntem Papier, Bändern, Nüssen, Lebkuchen, namentlicheiner kleinen Wiege u. dgl. geschmückter Nadelholzbaum entweder vordie Hausthüre oder auf den Giebel des Hauses gepflanzt; derjenigen,deren Ruf bescholten ist, wird ein verdorrter Baum ohne Schmuck gesetzt.
Am Abende vor dem Tage des heil. Johannes des Täufers( 24. Juni)werden auf Bergspitzen Freudenfeuer angezündet, ein Überbleibsel desgermanischen Heidenthums Glossar ::: zum Glossareintrag Heidenthums; denn dieser Tag fällt mit der Jahresmitte,mit dem höchsten Stande der Sonne zusammen. Noch im 18. Jahrhundertfand dieser Gebrauch in Graz statt; eine Puppe aus Stroh und Lumpengebildet, wurde am Johannisabend von vielem Volke begleitet, durch dieStadt getragen und in der Vorstadt Kurlau verbrannt. Man nanntediesen Popanz den Tatermann, ein Wort, das schon bei mittelhoch-deutschen Dichtern vorkommt. Diese Volksbelustigung weist auch aufdie alte Sitte des Kampfes zwischen Sommer und Winter hin, in welchemdieser in Stroh und Moos gekleidet erscheint, von jenem besiegt und insWasser geworfen, begraben oder verbrannt wird. Nachdem die Er-innerung an diesen Ursprung verloren gegangen war, legte man diese