Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Literatur der österreichischen Volkskunde.

Gebräuche. Zur Geschichte der Gebräuche und des Aberglaubens theilte neuesMaterial Dr. Č. Zíbrt¹) mit aus einem im J. 1676 gedruckten Buch des Jesuiten AlbertChanovský( 1581-1645) und aus den Memoiren des Hauptmannes Johann Jenik Ritter vonBratřic( 1755-1845). Hochzeitsgebräuche wurden aus dem Bezirke Smichow2) beschrieben.Ein Hochzeitsredner aus dem Volk selbst theilt aus seiner eigenen Erfahrung etliche Lieder mit,die beim Auftragen der Speisen am Hochzeitsschmause gesungen werden.³) Die Reden beimHochzeitsschmaus in Trojanowitz bei Frankstadt) lernen wir ebenfalls kennen. Ausführlich be-schrieb Kr. Chorvát die Hochzeit bei den Slowaken Nordungarns; 5) außerdem werden nochbeschrieben die Hochzeitsgebräuche in Hluboka im Comitate Neutra,) und ein schlichter Mannaus dem Volke schildert die Hochzeitsgebräuche in einer slowakischen Colonie im Banat.")Gebräuche und Aberglauben bei Krankheit und Tod, wie auch bei dem Begräbnis lernen wirkennen aus der Gegend von Strakonitz³) und bei den Slowaken Nordungarus.º) Dieser letzterevon Kr. Chorvát verfasste Studie legt ein schmeichelhaftes Zeugnis von der Erudition diesesslowakischen Ethnographen ab; verwertet wurden auch zahlreiche Excerpte aus kirchlichen Archivenvom XVI. Jahrh. an; wir finden daselbst mannigfaltiges Material über den Vampyrglauben u. a.:eine vor der Hochzeit gestorbene Braut wird« vila», die Seelen ungetaufter Kinder, oder auchdie Kinder von Dieben werden svetlonosy u. a.

Aus dem Bezirke Hořitz werden Gebräuche und Gewohnheiten des Familienlebens 10geschildert und speciell außerdem noch, so weit sie religiösen Charakter haben. 11) Der Faschingwird bei den Choden in Westböhmen 12) beschrieben, ferner ein Faschingsfest aus der Umgebungvon Jungbunzlau. 18) Im Schüttenhofener Bezirk werden im Faschingszug zwei als Doktor Fousund Markyta angezogene Puppen herumgetragen. ¹¹) Die verschiedenen Gebräuche beim Aus-tragen, Ertränken oder auch Verbrennen des Todes am Sonntag vor Palmsonntag in Böhmen stellteJ. K. Hraše zusammen. 15) Die Redaction stellte verschiedene von verschiedenen Seiten ein-gesandte Berichte über Osterbräuche und Aberglauben zusammen, 16) aber nichts weniger alssystematisch; wir lesen daselbst u. a. über Ostereier, über welche später J. Soukup einenspeciellen Aufsatz verfasste; 17) manches lesen wir über Aberglauben: z. B. am Charfreitag ge-sponnene Fäden an ein Kleid angenäht schützen vor Donner u. a. m.

Zur Geschichte der beiden am Dienstag und Mittwoch nach Ostern in Prag stattfindendenVolksfeste( Strohsack, Fidlovačka) brachten Beiträge K. Köpl¹8) und Dr. Č. Zíbrt.") Derselbedruckte auch die Berichte des Hauptm. Jeník v. Bratřic über die Volksfeste aus dessen Memoiren( s. o.)ab. Die Pfingstfeste wurden diesmal bloß in der Gegend von Přelautsch beschrieben, hiebei auch zudieser Zeit gesungene Lieder abgedruckt. 20) Aus der Gegend von Taus finden wir noch das Fest desMaigrafen geschildert. 2) Hiemit bängt wahrscheinlich ein Kinderspiel im südlichen Böhmen)zusammen. Im oberen Iserland werden von den Kindern am Vorabend vor St. JohannLavendel und andere Kräuter gesammelt, daraus bauen sie das St. Johanni Bettchen( svato-janská postýlka); in dieses hinein legt der hl. Johannes über die Nacht verschiedene Ge-schenke. Außerdem werden noch geschildert Erntefeste aus Orlau im östlichen Schlesien, 2+)Gebräuche beim Dreschen und Feste aus Anlass des Ausdrusch im westlichen Mähren, 25) dieGebräuche beim Spinnen im Troppauer Land. 26) In der Umgebung von Neuhaus feierte bisunlängst noch die Schuljugend eigene Feste am St. Gregor- Tag27) oder auch später, wenn dieTage etwas länger waren. In Kozlowitz in Mähren gehen abends am Tag der unbeflecktenEmpfängnis Marias die erwachseneren Kinder mit einem als Mütterchen( matička) verkleidetenMädchen herum, welches die Kinder prüft, ermahnt, straft und belohnt; 9 Abende vor Weih-nachten gehen daselbst die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber in 9 Häusern mit einer Statue der Mutter Gottes herum zum

1) Sitz.- Ber. böhm. G.-W. 1895, Nr. 24. 2) Č. L. V, H. 1, S. 58 f. ³) Č. L. IV, H. 6,S. 502 f. 4) Č. Ol. Nr. 48, S. 150 f. 5) Sl. P. 1895, H. 9-12. 6) ib. H. 2, S. 93 f.7) ib. H. 8-10. 8) Č. L. IV, H. 6, S. 533. 9) Sl. P. 1895, H. 1 u. 2. 10) Sb. H. S. 154 f.11) ib. S. 174 f. 12) Č. L. IV, H. 4, S. 297 f. 13) Č. L. IV, H. 6, S. 526 f. 14) ib. S. 525.15) Č. L. V, H. 2, S. 184 f. 16) Č. L. IV, H. 4, S. 322 f. 17) Č. L. V,18) Č. L. V, H. 1, S. 18 f. 19) Národní Listy 1895, Nr. 162.1) Č. L. IV, H. 5, S. 492 f. 22) Č. L. IV, H. 6, S. 543 f.24) Č. L. V, H. 1, S..

S. 510 f.

S. 538 f.

H.

1, S. 67 f.

20) Č. L. IV, H. 6,

23) Č. L. IV, H. 6,

) Č. L. IV, H. 5, S. 396 f. 28) Č. L. V, H. 2, S. 131 f. 27) ib. S. 167 f.