Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Land und Volk der mährischen Wallachei.

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kdes klúče poděła?

Dała sem ich dałasvatému Juří.

Svatý Juří vstáł,pole odmykáł,aby tráva růstła,všelijaké kvítína věnečky vítí.Mařena, Mařena,pro kohos umřeľa?

Pro Pavla Borouvného,še nechtěl kúpiťna svátkyfěrtocha nového.

Mařena, Mařena,

kdes klúče poděła?Květné a květná,

Veliké a Veliká, Juřím,

aby kořeň búřít.

wo gabst du die Schlüssel hin?Ich gab sie, ich gab sie

dem hl. Georg.

Der heilige Georg stand auf,machte das Feld auf,

damit wachse das Gras,allerlei Blüthen

zum Kränze- Winden.Mařena, Mařena,

für wen starbst du?

Für den Paul Borou,

weil er ihr nicht kaufen wollte

auf die Feiertage

eine neue Schürze.Mařena, Mařena,

wo gabst du die Schlüssel hin?Dem Palm-( Sonntag) und der Palm-

( Sonntag),

Dem Oster-( Sonntag und der Oster-( Sonntag), dem Georg,damit er die Wurzel stürme.

Es ist kein Zweifel, dass das Austragen der« Mařena» sich auf dieMorana, Mořena, die altslawische Göttin des rauhen, alles zerstörendenWinters und des Todes bezieht. ¹) Das Volk erklärt sich's freilich inseiner Weise. Es fabelt nämlich, dass irgend einmal eine große, ver-nichtende Pest herrschte, und dass sich die Leute schon keinen Rathwussten. Da habe ihnen ein« weiser Mann» den Rath ertheilt, sie solltensich eine weibliche Figur machen, selbe anziehen, mit ihr herumgehenund singen. Seither wird die Mařena ausgetragen.

Ostern. Am Charfreitag zeitlich in der Früh läuft Jung und Altzum Bach oder zum Fluss und wäscht sich, um immer frisch und gesundzu bleiben. Die Mütter nehmen auch ihre Kleinen mit, stellen sie in'sWasser hinein und waschen sie, ohne darauf zu achten, dass ihre Lieb-linge vor Kälte zittern. Für jene, die nicht zum fließenden Wasser gehenkönnen oder wollen, wird in einem Gefäß Wasser gebracht, ein Geldstückwird hineingelegt, und man wäscht sich zu Hause. Die Münze gibt manhinein, um das ganze Jahr hindurch Geld zu haben.

An einigen Orten führen die Hauswirte auch ihr Vieh, Pferde undKühe in's Wasser.

Am Charfreitag wird keine Feldarbeit verrichtet. An diesem Tagesind alle Erdschätze offen, und man kann dieselben gewinnen, wenn dieLeiden Christi( Passion) in der Kirche gelesen werden. Wäscht sichJemand am Charfreitag die Hände mit der Mistjauche, so bekommt er keine

¹) Vergl. V. Brandl, Glossarium, S. 158-160. Über Verbreitung und Bedeutungder Sitte des« Todaustragens», siehe W. Mannhardt, Wald- und Feldculte etc. I.