Mythen und Sagen des Marchfeldes.
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Wer St. Corona beschwört, sagt man, soll, um recht viel bitten.Wenn schon denn schon, heißt's im Volke. Unter den Slowakengeht die Sage, dass sich einmal ein Hirtenmädchen mit der Bitte um einpaar neue Schuhe an St. Corona gewendet habe. Als es morgens insFreie treten wollte, stellte eine unsichtbare Hand die Schuhe in denHausflur, versetzte ihm aber eine schallende Ohrfeige ins Gesicht. DasVolk weiß auch die Ursache. Die Heilige war nämlich erzürnt, weil siewegen so ein paar Schuhen durch Feuer, Luft und Wasser musste,um auf die Erde zu gelangen. In Zwerndorf wissen die Leutefolgendes zu erzählen: Ein Bauer, dem Haus und Scheuer niedergebranntwar, sollte nun zum Bettelstab greifen. In seiner Verzweiflung gieng erin den Wald, nagelte das Bildchen der heiligen Corona an einen Stammund betete mit Andacht eine Schwurformel. Er hatte die Augen ge-schlossen, und wie er sie aufschlug, stand ein Futterbarren voll blinkenderDucaten neben ihm. Nun baute er sich Haus und Scheune, starb aber,wie alles fertig war. In Donaufeld und Floridsdorf erzählt man sichferner von einem armen, braven Dienstmädchen folgendes: Eines Tagesschickte es die Hausfrau mit dem Einkaufskorbe auf den Markt. Weiles unvorsichtig war, verlor es die Geldbörse und weinte bitterlich. Inseiner Angst, die Frau werde es aus dem Dienste jagen, kniete es vordem Eisengitter der Coronakapelle nieder und betete innig. Und siehe!Wie sie aufstand und den Korb, der früher leer war, heben wollte, warer centnerschwer und voll Ducaten. Das Mädchen trat dann aus demDienste und wurde eine angesehene und wohlhabende Hausfrau. IhrerWohlthäterin aber, der heiligen Corona, blieb sie stets eingedenk, undsie verehrte sie sammt ihren Kindern jeden Tag in der Kapelle, welchesie ihr zu Ehren hatte erbauen lassen.
Der feurige Wagen.
Rundum Stadl- Enzersdorf). dehnt sich eine weite, dürreHutweide aus. Hie und da steht ein dickköpfiger Weidenbaum oder einzerzaustes Bocksdorngestrüpp. Auf diesem Plane nun
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sagen die
Leute könne man« gut los'n». Zwei Männer haben es einmal in derChristnacht um die zwölfte Stunde versucht. Sie machten auf einemKreuzwege halt, zogen mit geweihter Kreide einen Kreis um sich herum,steckten einen« Haslinger», 2) woran sie einen Rosenkranz banden, in denBoden und knieten dabei nieder. Wie sie nun über die Schneefläche hin-blickten, stieg aus dem fernen Nebel ein feuriger Wagen empor, denzwei glutrothe Rosse zogen. Als das Gespann näher kam, sprang dereine von den beiden Lauschern voll Entsetzen aus dem schützendenKreis und ergriff die Flucht. Er wäre auch von dem höllischen Fuhr-werke überfahren worden, hätte ihn nicht das Johannes- Evangelium ge-rettet, das er im Schrecken betete. Sein kundigerer Gefährte aber ver-harrte muthig auf seinem Platze und soll auch ganz genau alle Todes-1) Groß- Enzersdorf.2) Haslinger
Haselnusstrauchgerte.
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