Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Schukowitz.

gieng, wollte er nicht sterben. So saß er denn eines Tages in seinemKeller und dachte über mancherlei Dinge nach. Da stolperte ein hagererFremder den Gang herunter und klopfte dem Bauern wie einem gutenFreunde auf die Schulter.« Weiß schon, was er sinnt,» sagte er.« Doch,wenn er will, kann ich ihm helfen!» Anfangs konnte der Bauer vorSchreck kaum reden, dann sprachen sie aber recht vertraulich miteinander.Sie waren handeleins geworden: Der Bauer solle den Gast von jedemWeine seines Kellers kosten lassen, dafür werde dieser ihm ewiges Lebenerwirken. Sie begannen nun mit dem größten Fasse. Der Fremde legtesich mit seinem breiten Maule über den Spund und sog in vollen Zügendas köstliche Nass in sich, wie wenn er eine Pumpe im Leibe gehabthätte. Dann gieng's zum zweiten. Hier war es ebenso, und wie derBauer klopfte, klang es hohl.« Ei,» dachte er nun bei sich,« wenn derKerl so durstig ist, will ich ihm meinen Süffigsten geben» und er ge-leitete ihn zum kleinsten Fässchen, das den« Ehrentagtrunk» barg. Daraussüffelte nun der unheimliche Geselle einen und noch einen Schluck, dannfiel er rücklings zu Boden.« Hahaha,» kicherte der Bauer,« der hat ihndoch gebändigt!» Er neigte sich zu ihm herab und leuchtete ihm insAntlitz. Hu! Eiskalt rieselt's ihm durch Mark und Bein ein leib-haftiger Todtenkopf! Aber kaum hat er sich von seiner Angst erholt,so fasst er den Trunkenbold der ist federleicht wie eine Gliederpuppeund stößt ihn mir nichts dir nichts zum Fasspund hinein. Plumps undder Gast liegt drinnen. Schnell den Zapfen drauf und eilends nachhause.Nun ist der Hoisl glücklich wie kein zweiter auf Erden. Es ist ihmklar, er hat den Tod ins Weinfass gesperrt. Und seht! Jahr auf Jahrgeht vorüber, der Hoisl hat einen schneeweißen Kopf und ist steinalt.Aber auch die andern Leute sterben nicht. Der Menschen gibt es nunsoviele, dass Korn und Wasser zu wenig wird. Jetzt erfährt der liebeHerrgott von dem Vorfalle und er sendet seinen Engel in den Keller,damit er den Tod befreie. Kaum ist dies geschehen, so hat der Sensen-mann Arbeit über Arbeit. Seuchen entstehen und die Menschen fallenwie die Fliegen im Frostwetter. Der Hoisl aber bleibt verschont.altert immer mehr und mehr und fällt sich und andern zur Last. Mitdem Kreuz auf der Brust durchwandert er den Erdball und wartet inheißer Sehnsucht auf jenen Tag, an dem der Tod alles heimholen wird,was da lebt auf Erden.

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Er

[ Man vergl. hiezu der geprellte Tod' aus dem kroatisch- slowenischenSagenkreise. Öst. Volksbibliothek, L. Kordesch, 1886, S. 179 ff. Durchdie Slowaken dürfte diese Sage ins Marchfeld gewandert sein.]

Der Sarg im Hohlweg.

Wer den tiefen Hohlweg von Stillfried nach Grub geht,kommt an einem alten Pest- Marter vorüber, das am Rande einer be-waldeten Lehmmulde steht. Vor Zeiten soll hier ein großes Försterhausgestanden sein, das sammt seinen Insassen versunken ist. Die Sachetrug sich nämlich so zu. Der Förster war ein herzloser, lüsterner und