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Václavek.
und zwar gieng der Zufluss der Bevölkerung nicht nur von Ungarn aus,sondern auch von anderen Theilen Mährens, selbst von Polen aus( J.Karłowicz).
Was schließlich noch den Namen« Wallach» anbelangt, so sagtMiklosich( Etymol. Wörterbuch 393), dass dies keine einheimische Be-nennung sei, sondern von den Nachbarn, den Deutschen, die im Westender Wallachei, im Neutitscheiner Kreise angesiedelt sind, herrühre, womitauch Dr. Pastrnek übereinstimmt( Slovenské Pohlady 1893, 762 u. f.),der behauptet, dass der verhältnismäßig größte Theil jener rumänischenHirten sich am westlichsten Endpunkte des Karpathengebirges, in un-mittelbarer Nachbarschaft der Deutschen, niedergelassen habe; hier seidie Schafzucht am meisten gepflegt worden, hier blühte vorzugsweise dieBereitung der« Žinčica»( Molke) und der« Brinza»( Käse). Infolge einersolchen Entwickelung der Dinge konnte die merkwürdige Erscheinungzu Tage treten, dass die ganze Schafzucht- Terminologie in den mährisch-slowakischen und den ostschlesischen Dialekten eine und dieselbe ist,wogegen man in den kleinrussischen Dialekten nicht einmal die Haupt-person der Salasche, den« bača», kennt! ¹)
Die einheimische Bevölkerung hat sich erst in der neuesten Zeitmit dem Namen« Wallachen» befreundet und bekennt sich mit einemgewissen Stolz dazu(« My sme naši Valaši», wir sind unsere Wallachen),während früher dieser Name nicht gar sehr beliebt war und jedes Dorfdie Benennung« Wallachen» zurückwies und eine solche nur seinenNachbarn beigelegt wissen wollte!« Wallach» heißt auch schlechtwegder Schafhirt auf der Salasche, welcher unter der Oberaufsicht desBača steht.
In ethnographischer Hinsicht sind die Wallachen ein recht inter-essantes Völkchen. Ihre Nachbarn sind im Norden die Lachen, imWesten die Zahoraken und Hannaken, im Süden und Südwesten die( mährischen) Slowaken. Von allen mährischen Stämmen haben sie ammeisten ihr ursprüngliches, althergebrachtes Gepräge in Sitte und Brauchbewahrt. Bis in die neueste Zeit beinahe ganz von der übrigen Weltabgeschnitten, lebte der Wallache ein einfaches, naives, ja sogar mythischesLeben. Davon zeugen seine Gesänge, seine Märchen, seine sinnigenSprichwörter. Die Natur und sein Verhältnis zu ihr spiegelt sich vor-zugsweise in diesen geistigen Schöpfungen ab. Es lässt sich zwar nichtleugnen, dass in jüngster Zeit verschiedene Industrie- Etablissements( Glas-hütten, Möbelfabriken, Eisenbahnen) Vieles von jenem einfachen, naivenLeben verwischten, indem diese eine ziemlich beträchtliche Änderung inSitte und Brauch bewirkten und zum Theile zur Ablegung der. National-tracht führten; gleichwohl ist der Wallache, im Hinblick auf das geistige
1) Dr. Fr. Pastrnek:« Slovenský jazyk» in den Slov. Pohlady 1893. In diesemAufsatze hat Dr. Pastrnek viele angeblich rumänische Ausdrücke in den slawischen Dialektenwider Miklosich beleuchtet und die Ansichten Miklosich's auf ein bescheidenes Maß ge-bracht oder sie gänzlich zurückgewiesen. Die rumänische Schafzucht- Terminologie aber hältPastrnek aufrecht.