Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Piger.

Das Ei wird als Ostergabe dargebracht:

1. Nimm mit freundlich mildem Sinn

Diese kleine Gabe hin.

2. Aus lauter Lieb' und Treu'Schenk' ich dir dies Osterei.

3. Das Ei ist ganz schön roth,

Ich liebe dich bis in den Tod,

Ich liebe dich aus lauter Lieb' und Treu',Drum schenk ich dir dies Osterei.

4. Bin ich auch nicht persönlich da,So ist doch meine Gabe da.

5. Nimm diese kleine Gabe,

Sie ist die schönste, die ich habe.

6. Zum Liebchen schickt man mich,O wär' so glücklich ich.

7. Nimm hin dies Ei und denk dabei,

Dass es von deiner Geliebten sei.8. Rosen und Vergissmeinnicht,Das sind die schönsten Gaben,Anna hat sie abgepflückt,

Franz soll sie haben.

9. Alles wünsch ich dir,

Rothe Eier schenk ich dir.

10. Weil ich dich am liebsten hab',Schenk ich dir eine Ostergab'.

11. Was soll ich meinem Freunde geben,Das seinem Herzen Freude macht?Wie gern gäb' ich ihm mein ganzes Leben,Ich hab's schon längst ihm zugedacht.

Das Osterei überbringt einen Glückwunsch oder Gruß:

12. Das beste Glück sei dir beschieden,Wandle froh durchs Leben hin,

In deinem Herzen wohne Frieden,Auch sei für mich ein Plätzchen drin.

13. So viel Knospen ein Rosenstock,So viel Haare ein Ziegenbock,So viel Flöh' ein Pudelhund,

So viel Jahre bleib gesund.

14. Auf allen deinen Wegen

Begleite dich des Himmels Segen;Die dies dir gibt,

Dich innig liebt.

15. So süß sei dein Leben

Wie Zucker und Zibeben.

16. Mit Glück und Freud' umgebenVerflieẞ dein schönes Leben.

17. Treu zu lieben,

Treu zu schreiben,

Treu zu hoffen,

Treu zu bleiben,

Treu im Herzen,

Treu im Sinn,

Schick ich dir 1000 Grüße hin.

18. Guten Morgen Herr Montag!Was macht der Herr Dienstag?Ist der Herr Mittwoch zu Haus?Sag' dem Herrn Donnerstag,Dass der Herr Freitag

Mit der Frau Samstag

Am Sonntag getanzt hat. 1)

19. Einen guten Morgen wünsch ich dir,Ein Osterei geb' ich dir,

Hab ich dich in Zorn gebracht,So hat es nur die Lieb' gemacht.20. Auf deinem Wandeln in der WeltSoll fehlen niemals dir das Geld.21. Nichts störe deine Heiterkeit

Und in Erfüllung gehe, was dich freut.22. Dein Leben sei ein Blumengarten,Wo nichts als Freuden deiner warten.23. Ungetrübter Frieden

Sei dir stets beschieden.

24. Flieg hin, du kleines Vögelein,Grüß mir den Herzallerliebsten mein.25. Ich wünsche dir den Himmel,Einen Wagen mit vier Schimmel',Ein Mädchen von 18 Jahren,Kannst mit ihr spazieren fahren.

Das Mädchen verlangt nach Gegenliebe und Treue:

26. Willst du mein Liebster sein,

So schlage endlich ein.

27. Dies Ei ist rosenroth,

Du sollst mich lieben bis in den Tod.

28. Das Wort hier in der Mitt'

Bedeutet, um was ich dich bitt'.2)

29. Flöh' und Wanzen

Sollen dich kuranzen,Wenn du vergisst,

Wer deine treue Freundin ist.

30. Vergiss nicht in der Ferne,Die deiner nie vergaß,

1) Diese Zeilen bringen dem Geliebten den Tanz am Sonntag in Erinnerung..2) Auf dem Ei ist ein Herz abgebildet und auf diesem steht das Wort<< Liebe>>.