Das Osterei in der Iglauer Sprachinsel.
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der Verschluss; an jedem Ende des Bogens ist ein rundes Plättchen, auseinem davon entspringt ein Draht, der in einem Bogen zum andern hin-überführt und viel länger ist als der Halbkreis, den er zu schließen hat.Das Ende des Drahtes wird in das Loch, welches das andere Plättchenhat, hineingeschoben.
Die Form der Ohrgehänge ist fast stets die gleiche, die Ornamen-tierung aber verschieden, Filigranarbeit und aufgesetzte Kügelchen bildengewöhnlich die Dekorierung.
An sonstigen Schmucksachen ist mir nichts erwähnenswertes auf-gefallen, verschiedene Filigranarbeiten aus Gold kommen wohl häufig.vor, wie Herzen und Sterne auf der Brust zu tragen. Ich habe aberderartigen Schmuck im ganzen Adria- Gebiete begegnet, insbesondere inKorfu und auch in Griechenland, so dass er eigentlich mit dem Kostümeder Tschitschen nichts zu thun hat.
Ringe werden wohl getragen, sind zumeist aber fremdes Fabrikat,als dortiges Erzeugnis habe ich nur ein Exemplar, in Fig. 31 abgebildet,erworben. Es ist von Silber, vergoldet und trägt eine grüne Smaragd-Imitation aus Glas.
Eine Art Schmuck habe ich bei einem Mädchen aus Podgorje,Fig. 30, gesehen, von dem ich aber nicht weis, ob er zum Kostüme gehörtoder vielleicht ein Abzeichen der Brautschaft ist. Es ist dies ein dünnerKranz von weißen Blumen, die den Eindruck von Edelweißblüthen machten.
Das Osterei in der Iglauer Sprachinsel.
Von Franz Paul Piger, Iglau.
Zwischen Böhmen und Mähren liegt ein Fleckchen deutscher Erdemitten im slawischen Lande, das des Volksthümlichen in Fülle aufweist.Ruhig und stetig bebauen unsere Landleute ihr hügeliges Gelände, haltenmit dem slawischen Nachbar Frieden, wissen aber ihre Eigenthümlich-keiten zu bewahren. Die Hügel des böhmisch- mährischen Grenzgebirgesbargen einst Silber in ihrem Schoße und zahlreiche Halden und Stollengeben noch Kunde von dem einstigen reichen Bergsegen. Dieser Berg-segen ist zwar längst versiegt, und die Stollen sind sämmtlich zusammen-gestürzt, ein schier edleres Metall aber gräbt heute aus der Seele diesesbiederen Völkchens, der darin zu lesen versteht. Mehr als ein Jahrzehntist mir das Eindringen in die Sitten und Gebräuche unserer Landleutedie Quelle reinsten Genusses und wissenschaftlicher Belehrung. Obgleichdie gesammten Ostergebräuche einer Besprechung wert wären, will ichfür dieses Mal bloß das Osterei und die Ostereisprüche behandeln.
Thatsache scheint es zu sein, dass das Osterei heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Ur-sprunges ist; die Farben desselben, Roth und Gelb, sind die Farben derSonne, und es ist daher wahrscheinlich, dass das Osterei einer Frühlings-