Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Fischer.

stück, welches auf Fig. 12 deutlich ersichtlich ist. Jener Theil, welcher hiebeieine Art offener Ärmel bildet, ist dann auf den Achseln zu kleinen Falteneingezogen.

Über den den Rock bildenden Theil wird stets eine Schürze( ausBerkal) getragen, deren bunte Bänder vorne lang herabhängen. Darunterwird ein Hemd und ein Leibchen mit weiten Ärmeln so getragen, dassdie Ärmel dieses Leibchens so lang wie die Hemdärmel sind, zuweilenaber sind letztere so kurz,dass sie kaum aus demObergewande hervor-

schauen. In diesem Fallesind die Arme

vielleicht

nur im Winter

von den

Ärmeln einer weißwol-

lenen Unterjacke bedeckt( Fig. 12).

Den Kopf bedecktstets ein weißes Tuch undum Hals und Brust wirdein zumeist farbiges Bu-sentuch getragen.

Der Tschitsche,

welcher noch ein voll-ständiges Nationalkostümträgt, ist nur mehr imInnern Istriens zu finden.Alles, was er an sich trägt,ist Hausfleiß- Erzeugnis

und von ihm selbst verfer-tigt. Es ist daher sehrschwierig, sich solche Ko-stüme zu verschaffen, daman nichts davon in Lä-den zu kaufen bekommt.Ich habe ein solches ausMontona verschafft, wel-ches ziemlich im CentrumIstriens liegt, und lasse die Beschreibung dieses Kostümes folgen, in derVoraussetzung, dass, wenn eines der istrischen Kostüme genau beschriebenist, die Varianten, wenn auch nur in einzelnen Abbildungen beigefügt, ver-ständlich werden.

Fig. 12. Frauentracht in Servola.

Kostüm der Tschitschen in Montona.

1. Männliches Kostüm:

Kopfbedeckung: Eine flache Mütze aus grobem, dunkelbraunenFilz mit aufgestülptem, eng anliegendem Rand, der bis an die Decke reicht.