Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Vereinsnachrichten.

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III. Verkehr.

1. Nach Außen:

1. Bei der General- Versammlung des niederösterreichischen Volksbildungs-vereins zu Stockerau am 9. Juli vertrat Herr Geschäftsführer Dr. W. Hein unsern Verein.2. Der Schriftführer und der Geschäftsführer besuchten namens des Vereinsdie čechoslawische ethnographische Ausstellung in Prag und wurden daselbst von den Herren:Ausstellungspräsident Dr. Graf Lažanský, Dr. L. Niederle und Dr. E. Kovař, Dr. K.Plischke, Custos. Jelínek und Dr. H. Matiegka auf das Freundlichste bei ihrenStudien unterstützt.

3. Zum 50jährigen Stiftungsfeste des Geschichtsvereins von Kärnten in Klagen-furt sandte das Präsidium namens des Vereius den wärmsten Glückwunsch.

2. Sprechsaal.Antworten.

Sühnkreuze. Mit Bezugnahme auf die Aufforderung von Frl. Marie Eysn( S. 32)sandte Herr Hermann Kaserer, Schüler des Schottengymnasiums in Wien, zwei von ihm zuOstern d. J. aufgenommene Photographien ein; die eine stellt ein aus weißlichgrauem Sandsteinverfertigtes Sühnkreuz dar( siehe Fig. 29), das etwa 4 Kilometer von Strass( bei Langenlois)entfernt an der Straße nach Hohenwarth am Waldessaum steht. Seine Höhe beträgt circaI Meter.Die Inschrift, in Fractur und zum Schlusse in Cursiv gehalten, lautet:< Hier istMagdalena Stauffer von Strass den 19. Dezb: 1842 grausam ermordet worden Ihres Alters

66 Jahr.>> Die zweite Photographie, von der keine Abbildung gegeben werden kann, bringt

ein hölzernes Sühnkreuz zur Anschauung, das sich im sogenannten Ratzenthal zwischenEngabrunn und Feuersbrunn befindet.

Von Engabrunn geht man zuerst aufder Straße nach Grafenegg, biegt dannbeim ersten Marterl links auf den Feld-weg ein und immer die Richtung gegendie Kirche von Feuersbrunn einhaltend,findet man das Kreuz in einem Ein-schnitte rechts vom Wege in der Näheeines kleinen Kellers. Das Kreuz istbraun gestrichen, etwa 2 Meter hochund trägt eine Blechtafel mit der bereitsverkratzten Darstellung des Mordes.Die Inschrift unter dem Bilde lautet:« Maria Durstmüller geb. am II. Sept.1839 wurde hier am 15.(?) März 1881von einem bisher noch unbekannten er-mordet. Gewidmet von Anton undMagdalena Spedt.>>

die

Ostereier. Herr AntonM. Pachinger, Linz: In einemBauernhause bei Linz erfuhr ich vonder alten Bäuerin, dass am Grün-donnerstag( Anderstag genannt)Dienstleute weichgekochte ungefärbteEier, die sog. Anderseier bekommen.Am Charfreitag isst man ein rohesEi von einer schwarzen Henne, dasschützt vor dem Überheben währenddes nächsten Jahres. Alle währendder beiden Osterfeiertage gelegten Eiergehören den Dirnendes jeweiligenBauerngehöftes; sie sollen dazu bei-

Sherift Magdalena StauffervanStraß den 19.Dezb1842granfamermordetworden Shres

66Dohr

Fig. 29.

Sühnkreuz bei Strass.

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