Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Přikry.

Am Charsamstag ist Holzweihe. Am Ostersonntag nach Tischgeht das Gesinde mit kleinen, aus dem geweihten Holze verfertigtenKreuzchen und geweihten Weidenruthen auf das Feld und steckt sie indie Saat. Wer zuerst einsteckt, schneidet auch zuerst das Getreide. AmOstermontag schlägt sich die Jugend mit Weidenruthen¹), und manbeschenkt sich mit Ostereiern. Ein Osterei nennt man am Záhoří<< vajíčko» schlechtweg( jedes Ei wird hier so genannt). Zur Vertheilungkommen nur bemalte Eier,« malovaná vajíčka». Mit dem Bemalen derEier befassen sich bestimmte Personen für ein oder mehrere Dörfer, z. B.bei uns je eine in Unter- Něčitz und in Žakowitz. Diese Beschäftigung scheinterblich zu sein. Die Verzierungen machen Frauen, seltener Mädchen,weil dazu eine gewisse Erfahrung gehört. Die Ostercier werden stetsgemalt, nie geritzt( wie in der Slowakei): Man trägt zuerst auf das roheEi die Verzierung mit warmem Wachs auf, taucht es dann in rothe Farbeund erwärmt es hierauf soweit, dass das Wachs abgewischt werden kann,wonach die Zeichnung weiß auf rothem Grunde erscheint; mitunter wirdsie auch mit Safran gelb gefärbt. Will man noch eine dritte Farbe an-wenden, so wird auch der rothe Grund, soweit der roth bleiben soll, mitWachs bedeckt, und das Ei in die betreffende Farbe( gewöhnlich blauoder grün) gelegt. Diese Eier werden nie geweiht und sind auch nichtgenießbar, weil sie nur bis zur Wachsschmelze gewärmt, aber nicht ge-kocht werden. Am Ostermontag Nachmittag erfolgt, wie bemerkt, die'Eiervertheilung durch die Mädchen an ihre Liebsten, wenn diese mehroder weniger scherzhaft jene mit den Ruthen schlagen. Am Osterdienstagdagegen werden die Mädchen von den Burschen mit Eiern beschenkt.Das Eiervertheilen erfolgt nur im Hause. Das Ei ist im Glauben derZáhoráken ein Sinnbild des Lebens und der keimenden Liebe, die sichnoch verborgen wähnt, und bedeutet auch die Auferstehung. Von einemvollkommenen, schönen und braven Mädchen sagt man:« Jsi pěkná, jakmalované vajíčko»( Du bist schön wie ein gemaltes Ei). Seitdem dieStickerei hier nur mehr als Luxus in wohlhabenden Familien gepflegtwird, kommt auch das Bemalen der Ostereier in Verfall.

Zu Georgi werden die Feldgrenzen begangen; Besitzstörungen anOrt und Stelle selbst entschieden; der verlierende Theil muss dann abendsdie Zeche bezahlen.

Am 4. Sonntag nach Ostern geht die erwachsene Jugend auf denhl. Hostein. Die Mädchen nehmen Backwerk mit. Nachmittag kommenAlle bei der St. Johannesstatue in Bistritz zusammen. Die Burschengeben ihren Liebsten Wein, wofür ihnen diese Back- und Zuckerwerkschenken. Der Rückweg wird gemeinschaftlich angetreten. Nach dieserWallfahrt beginnt für die Mädchen die Zeit der Grasmahd, wobei siebeim ersten Gang von den Burschen mit Wasser begossen werden, wie¹) Es werden ausschließlich Weidenruthen verwendet, die in der Zahl von 3-6 zu-sammengeflochten sind. Diese Weidenruthe heißt« tatar», daher sagt man:« mládež( die Jugend)se tatarem tataruje». Das Schlagen selbst heißt« šmigrúst»: z. B.« jdu na šmigrúst>>= ichgehe Jemanden mit der Ruthe schlagen.( Vgl. Schmeckostern.)