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Vereinsnachrichten.
auf die schwebende Platte gemacht, worauf dann die Knappen das Anbrennen der Zünder vor-nahmen, und sich sodann in die Stollen und andern Verstecke flüchteten, um hier das Auffliegender Minen abzuwarten. Abermals eine Anzahl Schläge bezeichnete, dass eine weitere Gefahr nichtmehr zu befürchten, worauf dann die Bergleute wieder aus ihren Verstecken hervorkamen und sichauf ihre Posten begaben.
Insoweit sind also die« Hillebille» und die« Klopf» ein und dasselbe, als letztere ebensoals erstere als Signalapparat dient und zwar in gleicher Weise durch« verabredete und herkömmlicheSchläge» gehandhabt wird. Der Ton dieser Klopfschläge wurde bei Windstille zumal auf demganzen Berge( Nordseite), ebenso weit ins Neunnichthal hinabgehört, z. B. bis zum sogenanntenKriechbaumhof.
Dass die am Erzberge bestehende« Klopf» weit in das Alterthum zurückreicht, liegt aufder Hand, da man sich ja in der Vorzeit wohl nicht leicht wird eines anderen, complicierten Apparatesbedient haben zu obgedachten Zwecken.
Wo nun dermalen, nach Abtragung des Grubenhauses und der Gloriette, die« Klopf">steht, vermag ich nicht zu sagen, da ich seit meiner Ernennung zum Oberlehrer in Andritz( seitAugust 1890) nicht mehr in Eisenerz war. Eine Anfrage an die Bergdirection in Eisenerz( d. öst.alp. Montan- Gesellschaft) dürfte sicheren Aufschluss erbringen.
Die« Klopf» findet aber in Eisenerz noch in einer anderen, der Hillebille ähnlicherenForm und bei einem anderen Anlasse Verwendung. Und zwar ist selbe hiebei dem Materiale nachnicht aus Metall, sondern aus Holz.
Wenn
Die Leichenbegängnisse von Bergwerksofficieren( Beamten) finden in Eisenerz nach uraltemBrauche in später Abendstunde statt, wobei die Bergmannschaft in ihrer alten maximilianischenBergmannstracht mit brennenden Grubenlampen( die Hüttenleute mit Fackeln) ausrücken.nun solch ein Begräbnis bevorsteht, wird am Abhange des Vogelbihals, an dessen Fuße der Friedhofliegt, die Klopf» aufgestellt. Es werden zwei Holzsäulen in den Boden eingegraben und die-selben oben durch einen Querbalken mit einander so verbunden, dass das Gestelle dem einesTrapezes bezw. Reckstockes gleicht. Von dieser Querstange herab hängen nun zwei glattgehobelteBretter von verschiedener Dicke und zwar derart, dass dieselben freischweben und sich sonachnach vorne und rückwärts schwebend bewegen.( Die Holzart dieser Bretter vermag ich leidernicht mehr anzugeben.) Sobald der Leichenzug sich dem Friedhofe nähert, verstummt das Geläuteder Glocken der Pfarrkirche, und nun wird abwechselnd mit hölzernen Hämmern auf die beidenschwebenden Bretter« geklopft». Dies geschieht so lange, bis der Sarg in die Grube gesenktworden; dann verstummt auch die Klopf. Diese Schläge mit hölzernen Handhaben auf dieBretter haben verschiedene Töne. Ihre Bedeutung ist, wie mir oft ältere Bergleute erzählt, die,dass sie gleichsam das« Schicht aus» des zur Grube gefahrenen Bergmannes anzeigen; desgleichensollen ihre monotonen Schläge andeuten, dass der Holzwurm seine Arbeit nun am Sarge zu be-.ginnen sich anschicke.( Unter Holzwurm glaubt das Volk den Todtenwurm zu verstehen, wie sichdie Leute mir gegenüber ausdrückten.)
Schluss der Redaction: 20. April.
Druck von Gebrüder Stiepel in Reichenberg.