Über den Gegensatz zwischen Stadt- und Landdialekt.
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tragen worden, wo sie bodenständig ist. Bamberg hat uns die Mark-grafen und Herzoge geliefert; Bamberger sind sicher mitgekommen undnoch Leopold VI. hat Bamberger berufen. Sie werden hier in der Um-gebung des Landesherrn als vornehm gegolten haben, und so dürftenda die bairische Kehle im Mittela. ohnehin wegen ihrer rauhen, gedehntenLaute bis zur Rheinmündung verhöhnt wurde(« stridula bavarico guttureverba liquens» c. 1146) nicht nur die bambergischen Ankömmlinge undihre Nachkommen das ā gegenüber dem bairischen ài, oi behalten, sondernauch in den vornehmeren einheimischen Familien Nachahmer gefundenhaben. Die Städte waren klein, die Babenberger anfangs nirgends dauerndsesshaft: so dauert es noch etwa 100 Jahre( 976— c. 1100), bis die erstenSchreibungen mit a statt ei in österreichischen Urkunden sich zeigen( vgl. meinen« Vocalismus der bair.- öst. M.-A.» in den Bl. d. Vereins f.Landeskunde f. N.-Ö.). Ohnehin muss man annehmen, dass die geborenenBamberger zuhause ihr ā schulgerecht mit ei hatten schreiben gelernt:erst ihre Söhne und Nachahmer vermischten Bambergisches mit Öster-reichischem, konnten die nunmehr« herrischen» ā(= ei) von den altenbairischen ā( z. B. in Sāgl, Säglein, Hāsål, Häslein) nicht mehr unter-scheiden und begiengen daher durch Verwechslung allerhand Schreibfehler:diese Schreibfehler sind aber heute für den Sprachforscher wichtigeAnhaltspunkte.
Für Österreich hätte wohl schon das Vorbild des Regentenhausesund seiner Umgebung hingereicht, um das à vornehm zu machen: diekleinen Städte jener Zeit waren ja leicht von der fremden Einwirkungdurchdrungen. Anders in Baiern, Zwar war Heinrich II. kurze Zeitauch im Besitze dieses Landes: aber tiefergehende sprachliche Ein-wirkungen kann man davon allein nicht ableiten.Wohl aber mag esfür die bairischen Städte maßgeblich geworden sein, dass das nahe Nürn-berg im Norden und Wien im Osten das ā eingeführt haben: der imMittela. berühmte« Nürnberger Witz» wurde sicherlich auch mit der Nürn-berger Sprache verknüpft, und bei der Gewohnheit des Reisens, wie siedie bürgerlichen Handwerker pflegten, ist eine stete Berührung derbairischen Städte mit Nürnberg und Wien und ein Aufnehmen des vor-nehmeren Sprachgebrauches gegenüber dem bairischen bäurischen oi undoa wahrscheinlich genug. Langsamer hat aber sicher diese Neuerungin Baiern Boden gefunden als in Österreich, speciell in Wien, und nochheute ist das ländliche oa aus den bairischen und oberösterreichischenStädten nicht vollständig verdrängt.
Interessant ist es, in welchen Wörtern diese fremden à statt ei zu-erst eingedrungen sind. Zunächst sind es( s.« Vocalismus», 1. c.) amtlicheSchreibungen von Personen und Ortsnamen. Hanricus für Heinricus,oder Wolfpassing statt Wolfbeissing u. dgl. Dann amtliche Aus-drücke wie Bantatüng statt Bannteiding, Gejat statt Gejeide;damit hängt zusammen, dass die amtlichen Schreiber die echt bairischenOrtsnamen nicht verstehen: statt Gumplaha( dial. Gea" plă) haben sieGruoninbach geschrieben, als ob es dial. Greabă hieße, daher bis
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