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Literatur der österreichischen Volkskunde.
lich gemacht worden.( Die Besprechung folgt im zweiten H.). Höchst interessant sind auch die Aus-einandersetzungen über die historischen Lieder Österreichs, in deren Mittelpunkt die Türkenliederstehen, die aber noch in den letzten Jahrzehnten ihre Triebkraft an den italienischen Ereignissenbewiesen, über welche zahlreiche schöne österreichische Soldatenlieder entstanden sind. Wir hoffenzu dieser Gruppe demnächst eine selbständige Materialsammlung aus der Mappe unseres verehrtenMitarbeiters Richard Kralik in unserer Zeitschrift bringen zu können. Die angeschlossenenAusführungen über das geistliche Volkslied, die Weihnachtslieder, die Kinderlieder und Räthsel,die Haussprüche und Grabschriften zeigen in aller ihrer Kürze, wie fruchtbar ein eindringendesvergleichendes Studium aller dieser sympathischen reichentwickelten Volksäußerungen ausfallenmüsste. Derartige Studien zu erleichtern und anzuregen ist ein ausgesprochener Hauptzweck dieserZeitschrift, weshalb wir es mit Freude begrüßen, dass wir den Verfasser der vorliegenden inhalt-reichen Studie künftig zu unseren Mitarbeitern zählen dürfen.Dr. M. Haberlandt.
2. Anton Vrbka: Schematische Anleitung zum Studium und zur Abfassungeiner Orts- und Heimatskunde. Znaim 1894. Fournier& Haberler( Karl Bornemann). Preismit Postversendung 22 kr. 8º 18 S.
Im Jahre 1885 tauchte im Znaimer Landlehrervereine der Gedanke auf, an die Abfassungciner Bezirkskunde heranzutreten. Es wurden damals auch 35 Fragen zur Abfassung einer Orts-kunde im« Lehrerbotc» vom I. December 1885 veröffentlicht. Dass diese geringe Zahl vonFragen, auch wenn sie gewissenhaft beantwortet wurden, nicht geeignet war, die Aufmerksamkeitauf das gesammte Gebiet des für eine Ortskunde wichtigen Stoffes zu lenken, liegt auf der Hand.Der Verfasser hat es nun übernommen, eine große Zahl von Fragen, nach gewissen Gesichts-punkten geordnet, zusammenzustellen und zwar in 18 Abschnitten: 1. Der Ort und seine Umgebung( Topographie, Fluranlage, Hausforschung); 2. Orographie; 3. Hydrographie; 4. Klima; 5. Mineral-reich; 6. Pflanzenreich; 7. Thierreich; 8. Materielle Cultur; 9. Handel und Verkehr; 10. Communi-cation; 11. Geistige Cultur; 12. Politische Verwaltung; 13. Kunst; 14. Wissenschaft; 15. Vereine;16. Der Mensch; 17. Sanitäre Verhältnisse; 18. Schlussbemerkungen. Für den Ausbau der Volks-kunde würde die Beantwortung der Fragen im Abschnitte über den Menschen selbst in der Ver-gangenheit und Gegenwart, in sciner Tracht und seinen verschiedenartigen Anschauungen einziemlich reichhaltiges Materiale liefern, obwohl sich die hier gestellten Fragen noch um ein Er-hebliches vermehren ließen. Es muss noch bemerkt werden, dass der Mensch in seiner verschieden-artigen Wirksamkeit auch in den übrigen Abschnitten, besonders im ersten über den Ort und seineUmgebung eine gewichtige Rolle spielt. Dankenswert sind die verschiedenen Angaben überHilfsbücher, die zu Rathe gezogen werden können.Dr. Wilhelm Hein.
3. Fragebogen zur Sammlung der volksthümlichen Überlieferungen in Deutsch-Böhmen. Prag 1894. Verlag der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunstund Literatur in Böhmen. 8° 14 S.
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Der vorliegende Fragebogen enthält eine ausgezeichnete Zusammenstellung von Fragen,die sich ausschließlich auf die volkstümlichen Überlieferungen beschränken; auf die Sammlung dessprachlichen Stoffes, sowie auf die speciell anthropologischen Verhältnisse wurde keine Rücksichtgenommen. Der Stoff gliedert sich in folgende Abschnitte: 1. Angabe des Ortes; 2. Namen;3. Die Anlage des Dorfes; 4. Bauernhaus und Bauernhof; 5. Volksnahrung; 6. Volkstracht; 7.Hausindustrie, volksthümliche Kunst; 8. Sitten und Gebräuche; 9. Volksrecht; 10. Märchen undSagen; 11. Abergläubische Anschauungen; 12. Volksmedicin und Zaubersegen; 13. Volkslieder;14. Kinderlieder und Spiele; 15. Volksmusik; 16. Gereimte Inschriften und Sprüche; 17. Sprich-wörter; 18. Räthsel; 19. Ortsneckereien und 20. Volksschauspiele.
Sehr praktisch sind die zwischen den einzelnen Seiten eingehefteten weißen Blätter,welche für die eigenen Anmerkungen der Sammler bestimmt sind.
Die Antworten auf die in diesem Fragebogen gestellten Fragen, sowie Mittheilungen inBezug auf das hier behandelte Gebiet sind an Herrn Dr. Adolf Hauffen in Prag, Elisabethstraße 3,zu richten, der mit der Sammlung der volksthümlichen Überlieferungen in Deutsch- Böhmen betrautwurde und als Vorarbeit im Laufe des Jahres 1895 ein Verzeichnis aller bisher in Zeitschriftenoder in selbständiger Form erschienenen Arbeiten zur deutsch- böhmischen Volkskunde veröffent-lichen wird.Dr. Wilhelm Hein.
4. Franz Bartoš: Moravská svatba( Mährische Hochzeit).[ Bibliothek des<< Český lid», 2. Heft.] In den letzten zwei Jahren sind mehrere Bücher und Abhandlungen in