Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Ethnographische Chronik aus Österreich.

Reihen von gelungenen Photographien, die ein Gesammtbild der mannigfaltigen Trachten geben;in den Pulten liegen 1700 bemalte Ostereier« pisanki»; das Hauptaugenmerk ziehen die huzulischenGegenstände auf sich: Gewehre, lederne Taschen, Pulverbehälter, Pfeifen, Äxte und Messer. Be-sondere Beachtung verdienen die von Szkryblak verfertigten, mit eingelegten Perlen verziertenHakenstöcke. Viele von den hier ausgestellten Objecten sind Eigenthum des vom Grafen Ed.Starzeński gegründeten Museums in Kolomea.

In einem weiten Kreise sind 32 Figurinen in Lebensgröße mit getreu nach der Naturmodellierten Gesichtern und mit Originalgewandung derart aufgestellt, dass man sie bequem vonallen Seiten studieren kann. Es sind rutenische Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag  Volkstypen in Feiertagskleidung. Das Hochzeits-costüm unterscheidet sich von dieser nur dadurch, dass die Braut einen Kranz von vergoldetemImmergrün auf dem Haupte und der Bräutigam einen solchen auf der schwarzen Widderfellmützeträgt. Zwei Huzulen- Figurinen stellen Bergbewohner aus dem Gebiete der Czernahora und zwaraus dem Dorfe Krzyworównia( Bezirk Kossów) vor. Ihre Kleidung ist kurz, damit sie beimBergsteigen nichts hindere; ein kurzer rother Rock und rothe Beinkleider, über welche das Hemdherabhängt, charakterisieren die Tracht. In dem breiten Gürtel, der mit vielen Knöpfen undkurzen Ketten verziert ist, bewahrt der Huzule Geld, Messer, Pfeife, Feuerzeug, Pfeifenräumer,manchmal auch die Pistole. Über dem Rücken hängt die Tasche mit Brod und Tabak; eingroßes Messingkreuz ziert die Brust; um den Hals ist ein großes Tuch geschlungen; den Kopfbedeckt im Sommer ein schwerer, schwarzer Filzhut; an den Füßen haften kleine Sandalen. Einunzertrennlicher Begleiter jedes erwachsenen Huzulen, selbst der Kinder, ist der« Keptar», einkurzes, schön verziertes Pelzchen ohne Ärmel, das der Huzule im Regenwetter mit auswärtsgekehrter Fellseite umhängt. Die Huzulin hat anstatt des Rockes zwei wollene, selbstverfertigteSchürzen, von denen sie die vordere bei der Arbeit weglegt; um den Hals hängt eine schwereMenge von Schnüren aus Glasperlen und eine Anzahl von Messingkreuzen, die von einheimischenGelbgießern erzeugt werden. Ihr Haupt schmückt ein dicht mit Schafwolle durchflochtener Zopf,in dem häufig auch Messingknöpfe und kleine weiße Schnecken eingefügt sind; Blumen und eineStirnbinde aus Messingplättchen vervollständigen den Kopfputz. Das Obergewand besteht aus demvorerwähnten Pelzchen und einem grauen Tuchrock.

Ganz anders ist die Bekleidung der Flachlandbewohner: sie ist lang und schwer, wieauch der Bauer selbst ernst und schwerfällig ist; ihre Arbeit ist eine mühevolle, weshalb dasAntlitz der Frauen im Gegensatze zu dem der Huzulinnen frühzeitig sich in Falten legt. FünfFigurinen stellen eine ganze Familie aus dem Dorfe Tyszkowce, Bezirk Horodenka, dar. Der Vaterist mit einem Schafpelz bekleidet, den er selbst bei der größten Hitze zu festlichen Gelegenheitenanlegt; an Werktagen trägt er einen langen, bis zu den Knieen reichenden, schwarzen Tuchrock,ferner einen ledernen, nicht sehr breiten Gurt, der bei Festlichkeiten durch einen rothen wollenenersetzt wird, den er mit einem schmalen Riemen befestigt. Die schweren Stiefel verleihen ihmeinen langsamen, gewichtigen Gang. Die Mutter hat den Kopf mit einem weißen Tuch umwickelt,dessen gestickte Enden über die Schultern herabhängen; über dem Hemd trägt sie ein langes Tuch,das sie vom Gürtel bis zu den Knöcheln um den Körper schlingt, die Enden durch eine Schürzeverdeckend; dieses Tuch vertritt die Stelle eines Unterrocks. Um die Hüfte legt sie einen breitenwollenen Gürtel, den sie festbindet, damit Tuch und Schürze nicht herabfallen. Das Mädchenträgt ein mit Seide ausgenähtes Hemd, ein Kleid mit Goldlitzen und eine Schürze; um den Halshängen Schnüre von Glasperlen und Bänder; die Zöpfe sind kunstvoll mit Stickwolle durchflochten,und vom Hinterhaupte hängen viele Bänder herab, welche den Rücken bis zum Gürtel bedecken.Der Bursche, dessen Waden mit einer Art von Gamaschen bekleidet sind, trägt bei Festlichkeiteneinen breiten Wollgurt, den er mit einem schmalen Riemen festhält; an Werktagen hat er bloßden Riemen, an welchem ein Messer und ein ledernes Geldtäschchen befestigt sind. Der Knabeist ganz weiß gekleidet, auf dem Kopfe trägt er einen mit Pfauenfedern und gestickten Bändernreich verzierten Hut.

Einen ebenso leichten Anzug wie die Huzulen tragen auch die Bergbewohner der BezirkeBohorodczany, Dolina und Turka, wie die betreffenden Figurinen zeigen.

Die Ärmel der Figurine aus Iliúce werden von Frauen gemacht und heißen<< mercżki>>( Durchbrucharbeit).

Der Oberrock der Figur aus Bieniawa fällt weniger durch seine grüne Farbe, als durchdie Stickmuster auf, die in dieser Art nur aus diesem Dorfe bekannt sind. Auch die weiße