Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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1 (1895) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Ethnographische Chronik aus Österreich.

diesem Comité am Festabend der Stadt Innsbruck in der Ausstellungshalle eine Vorführung sämmtlichertirolischer Volkstrachten durch Originalgruppen aus den verschiedenen tirolischen Thälern dargeboten.

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Anthropologischer Congress in Innsbruck. In Innsbruck tagte vom 24. bis28. August 1894 die gemeinsame Versammlung der Deutschen und der Wiener AnthropologischenGesellschaft. Für die österreichische Volkskunde waren die nachfolgend verzeichneten Vorträge vonBedeutung Hofrath Dr. C. Toldt:« Zur Somatologie der Tiroler.>> Dr. Fel. v. Luschan:< Über Tiroler Gürtel.>> Prof. Dr. Löbisch- Innsbruck besprach in seinem Vortrag:< DicErnährungsfrage in ihrer anthropologischen und ethnologischen Bedeutung» das Fehlen des Alkoho-lismus in verschiedenen Thälern Tirols. Hofrath Ferd. Kaltenegger:« Über die geschichtlicheEntwicklung der Rinderrassen.»( Publiciert im Correspondenzblatt der deutschen Gesellschaft fürAnthr., Ethnologie und Urgeschichte XXV, Nr. 9, Sept. 1894.) Oberingenieur J. Eigl:« DieSalzburger Rauchhäuser und die bauliche Entwicklung der Feuerungsanlage am Salzburger Bauern-hause.<< Prof. Dr. R. Meringer:« Über das volksthümliche Haus in den österreichischen Alpen.»-Oberst G. Bancalari:« Die Ergebnisse und die weiteren Ziele der Hausforschung in Österreich.>>Slavische Ausstellungen in Mähren 1894. Die Ausstellung im Schulhause vonNapajedl in den Tagen vom 12.- 15. August( in Verbindung mit dem Swatoplukfeste) bot einereiche Menge von ethnographischen Objecten, vor allem die prächtigen slowakischen Stickereien,die einen höchst alterthümlichen Ornamentenschatz von typischem Charakter bei reichster Variationaufweisen. Interessant und wertvoll war auch eine Reihe von Dialektproben aus den Dörfern derUmgebung, die an einer einzigen Erzählung die mundartlichen Eigenthümlichkeiten in rotherSchrift hervorgehoben zeigten.

Noch reicher bestellt war die Ausstellung in Kwassitz. Hier repräsentierte eineBauernstube das intime Leben der Bewohner, Puppen mit Costümen deren alte und neue Tracht.Zwei mit Pfaufederkielen gestickte Gürtel, wie eine Anzahl von solchen aus bunten Lederstreifenweckten manche Erinnerung an Salzburg und Tirol. Mährische Stickereien in Fülle. Ein gewissesInteresse boten die Schülerarbeiten dadurch, dass sie zeigten, wie man bestrebt ist, der jungenGeneration nur das Nationale vor Augen zu halten.

In Schlapanitz überwog die Ausstellung von Stickereien der Frauen und Mädchenalles Andere. Interessant waren eiserne Feuerböcke, ein alterthümliches Herdgeräth, auf denen diePrügelkrapfen gebacken werden. In Schlapanitz selbst fallen die außen bemalten Häuser alsMerkwürdigkeit auf, wobei, wie in der gesammten Slowakei, frische Erdäpfel, in die man dasMuster eingeschnitten hat, als Patronen benützt werden.( Ö. T.-Z. XV. 1, p. 61.)

In Strutz bei Brünn fand am 1. Juli 1894 eine slavische ethnographische Ausstellungstatt, die ein getreues Bild der dortigen Trachten bot. Nachmittags wurden nationale Tänze,darunter ein höchst eigenthümlicher Schwerttanz, sowie verschiedene Feierlichkeiten: Hochzeit,Kirchweih, Hahnenköpfen und Königreiten aufgeführt. Ein besonderes Verdienst um das Zustande-kommen dieser Ausstellung hat sich unser Vereinsmitglied Frau Lucia Bakeš erworben.( Ö. T.-Z. XIV. Nr. 16, p. 185.)

In Welka fand im Juli eine slowakische ethnographische Ausstellungstatt, die mit der Aufführung von volksthümlichen Festlichkeiten verbunden war. Einer hübschenIdee zufolge wurden hiebei die einzelnen Ortsinsassen bei der Arbeit in ihren Häusern vorgeführt.So hatte man Gelegenheit das Weben, Spinnen, Handschuhstricken u. dgl. zu beobachten. Ein äußerstfarbenbuntes Bild bot der Ort selbst, in welchem sich die Bewohner der Umgebung in ihren National-costumen, die nach den Orten ganz verschieden sind, drängten.( Ö. T.-Z. XIV. Nr. 20., p. 230.)Volksfeste in der čechoslavischen ethnographischen Ausstellung imJahre 1895. Dieses Jahr wird die slavisch- ethnographische Ausstellung in Prag eröffnet, unddie Arbeiten für dieselbe nähern sich ihrem Ende. Auf dem Ausstellungsplatze sieht man schondie čechoslavische Dorfanlage, sowie das« Skelett» des alten Prag. Diese Bauten werden gewissein bedeutendes Anziehungsobject der Ausstellung bilden; aber noch anziehender wird sich dasAusstellungsleben durch die lange Reihe der Volksfeste gestalten, welche veranstaltet werden sollen.Das größte Fest wird dasjenige sein, welches die verschiedenen Gewohnheiten und Bräuche ausallen Gegenden Mährens veranschaulichen wird. Den Plan zu diesem Feste hat H. Director L.Janáček aus Brünn zusammengestellt, und er hat auch Vorsorge getroffen, dass alle die einzelnenFeste aus den verschiedenen Gegenden würdig beschickt werden; dieses Fest wird wahrscheinlichzwei Tage dauern und die Gruppen, welche dieses Fest bilden werden, kommen aus allen mährischenGegenden und zwar: Aus der Slowakei: Die Hochzeit, der Wagen mit den Feder-