Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde47 (1942) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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47 (1942) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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der wichtigsten Leitfunde nach der kulturgeschichtlichen Seite hin noch vertieft zusehen. Dem Gewicht des Gegenstandes wäre ein dem gewidmetes zweites Bänd-chen durchaus angemessen. Dankenswert ist die geschichtliche und landschaftlicheAbrundung des Stoffes durch die Einbeziehung der Merowingerzeit und desnordgermanischen Volksraumes. Zu erwähnen wäre gewesen, welche Wege derAuslegung der germanischen Stammesnamen bisher von R. Much als demVorgänger des Verfassers in diefem Büchlein, sowie von G. Schütte u. a.beschritten wurden. Bei der Aufgliederung der Stämme wird die Zuordnungder Teutonen zu den Kelten sowie Anderes, was ſtrittig ist, wohl noch der zu-ständigen germaniſtiſchen Kritik unterliegen.Hd t.

Wolfgang Schuchardt: Weibliche Handwerkskunst im deutschenMittelalter. 63 Seiten mit 12 Abb. und 48 Tafeln. Berlin, AlfredMeguer, 1941.

Schuchardt führt mit einer wohlbedachten und schönen Auswahl von Wer-fen weiblichen Schaffens zugleich in Weltbild und Ausdruckswollen des deutschenMittelalters ein. Erläutert wird das Wirken von Bändern und Borten, die Her-stellung der Bildteppiche, die Bildſtickerei und andere Nadelarbeiten, endlich dieBuchmalerei. Die Volksforschung mag davon allerhand Nußen ziehen, nicht zu-lezt den des zeitlichen und räumlichen Verfolgs mancher in ihr althergebrachterZiermuster, die in diesen Werken der Stilkunft buchstäblich oft nur mehr amRande erscheinen. Aber es stellen sich auch z. B. spätere oſtpreußische Bildteppiche´als Entsprechung von niedersächsischen Weißſtickereien des 13. Jahrhundertsheraus. Ihrerseits mag die Volkskunde damit wie auch bei den Bindemuſtern aufBorten zur Aufhellung des Bildſinnes über die ſzeniſchen Darstellungen hinausbeizutragen, die in der Stilkunst des Mittelalters im Vordergrund standen.

Hd t.

Albert Schröder: Bemalter Hausrat in Nieder- und Ost-deutschland. 152 Seiten mit 193 Bildern, 8 farbigen Tafeln, 1 Karte.Leipzig, Schwarzhäupter Verlag, 1939.

Schröders Arbeit dient nicht nur einem wissenschaftlich mit Recht von ihmgeforderten Ausgleich in der Herausarbeitung der Farbigkeit der niederdeutschengleicherweise wie der süddeutschen Volkskunst, ſondern hebt den ganzen Gegen-stand zugleich auch auf eine kulturwissenschaftlich beachtliche Höhe. Die Farbefindet am Möbel im Zeitenlauf eine recht verschieden gerichtete Anwendung, diesich den Stilgesezen plastischen und flächigen Zierwerks in kennzeichnender Artverbunden zeigt. Der Text erläutert dies an einer gut gewählten Schau vonMöbeln aus Niedersachsen, Schleswig- Holstein, Braunschweig und dem Harz-gebiet, Pommern, Ostpreußen und Brandenburg. Sie auf die andersvölkischenOſtlande auszudehnen, verhieße für die Auswirkung deutscher Bolkskunst_dort-selbst gleicherweise aufschlußreichen Ertrag und sei in Nachfolge dieses gut_ge=arbeiteten Vorbildes empfohlen!

Hdt.

Volkskundliche Bibliographie für die Jahre 1931 und 1932, desgleichen1933 und 1934, desgl. 1985 und 1936. Im Auftrage des Verbandes DeutscherVereine für Volkskunde, begonnen von E. Hoffmann Krayer, weiterge=