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mähren. Wesentlich bleibt, daß diese Dachform viel jünger iſt als dasPfetten- und Scherbalkendach.
Gehöfteform, Hausgrundriß und Gerüstbau lassen ersehen, waseine technisch ausgerichtete Hausforschung an Grundlagen zur Haus-formenkunde beitragen kann. Es ist offenbar, welcher Weg beschrittenwerden muß, um zu einwandfreien wissenschaftlichen Ergebnissen zukommen. Ohne technische Zeichnung und Untersuchung ist jeder Wegzur Haustypologie mangelhaft und Irrtümern ausgesetzt. Die Arbeitder technischen Hausforschung baut auf einer maßgerechten, baulichrichtigen Zeichnung auf, die lesbar und verständlich sein muß. IhrZiel ist, ein brauchbares Material zu liefern, aus dem allein dann dieErkenntnis über die Abkunft, das Alter, die Entwicklung und auchdie Zukunft des Bauernhauses erwachſen kann.
Vergl. Siedlungsformenkarte der Ost mark, her-ausgegeben von der Berglandabteilung des Reichsminiſteriums fürErnährung und Landwirtschaft in Berlin. Entwurf und BearbeitungDr. Adalb. Klaar( Wien 1942).
Zur Frage nach Herkunft und Geltung der Benennung„ fränkisches Haus”,„ fränkisches Gehöft”.
Von Arthur Haberlandt, Wien.
Zu der von A. Klaar oben S. 38 aufgeworfenen Frage:„ Istdiese in der Literatur ſo zähe vertretene Bezeichnung volkstümlich undſeit wann iſt ſie gebräuchlich?“ läßt sich wiſſenſchaftsgeschichtlich etwadas folgende fagen. Das erste grundlegende Unternehmen zu einerBestandaufnahme des„ nationalen Hausbaus“ auf deutschem Volks-boden ging vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertums-vereine aus. Dieser ließ im Jahre 1855 eine Kommiſſion ins Lebentreten, die im Wege eines Aufrufes die Grundzüge zu einer deutschenhistorischen Gaugeographie entwickelte und hiebei über Betreiben vonDr. G. Landau, Archivar in Kassel, die Erhebungen über Siedlungund Hausbau mehr und mehr in den Vordergrund treten ließ. Ineinem Vortrag, den Dr. Landau im Jahre 1856 hielt, hat er seineAuffassung zum Gegenstand des„ nationalen Hausbaus" durch Vor-führung der Eigentümlichkeiten des„ Sächsischen Hauses" und desHauses„ wie dasselbe in den Ländern südlich von Sachsen sich zeigt“entwickelt.( Correſpondenz- Blatt des Gesammtvereines der deutschenGeschichts- und Altertumsvereine, 5. Jg. 1856, Anlage 2, S. 16 f.)