Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde47 (1942) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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47 (1942) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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reihe fallen die schönen Hauszeichen des Elsaß und die Innungszeichen Danzigsauf, ebenso die Laubenhäuser in seinem Umkreis und die Bauten und JuncuräumeSchleswigs. In diesen Bänden sind die Bilder durchwegs wohlgeraten, für denElsaß laſſen ein paar Bilder von Hauben; Trachtenſtücken und Schmuck an Größeund Aufmachung zu wünschen übrig, erheblich mehr gilt dies noch zum Leidweſendes Ostmärkers für die Steiermark. Sinnig geziertes Kleingerät, wie die Milch-abrahmer, die Pſeiſenköpfe, aber auch Keramik und Zinngeschirr heiſchen anſehn-lichere Aufmachung, ebenso der Schmuck und die kleidſame Steirertracht, ganz zuschweigen vom Samson". Demgegenüber wäre die Weglassung von Rauchstuben-bildern volkskünstlerisch nicht ins Gewicht gefallen. Möge in diesem Sinn dieAufmachung des Bandes Danzig für die Reihe weiterhin richtunggebend sein.Hdt.

Volkswerk. Jahrbuch des Staatlichen Muſeums für Deutsche Volks-funde 1941. Herausgegeben in Verbindung mit der Deutschen Volkskunſtkom-mission und dem Institut für Volksfunftsorschung der Universität Berlin vonKonrad Hah m. 339 S., 37 Teytabb., 46 Tafeln. Eugen Diederichs, Jena 1941.

Aus den Beiträgen, die eine ansehnliche Schar von Mitarbeitern diesemneuen Jahrbuch gewidmet haben, seien zunächst die für die volkskünstlerischeHandwerksüberlieferung und Stilbildung wesentlichen hervorgehoben. Br. Schierverbreitet sich über die Sippe der Fischer von der Eger als Meister des Eger-länder Fachwerkbaues, A. Tsigara- Samurcas vermag auch einen rumä-nischen Bauern als bewußten Bankünstler nachzuweisen. G. Großf chopf be-handelt die letzten Bauerutöpfer in Württemberg, E. Petrich eine oſtſrieſiſcheTöpferwerkstatt. Die Zusammenhänge zwischen Möbelmalerei und der Ausziergotischer Flachdecken, denen J. M. Niß für das Fränkische Möbel nachgeht,hat K. von Radinger seinerzeit schon für Tirol in den Werken der Volkskunstaufgezeigt. Eine Studie über Tongefäße in der Milchwirtschaft hat O. A. Erichrecht ertragreich gestaltet, Günter Otto der Kulturgeographie der figürlichenBienenstöcke im schlesischen Raum beachtliche Ergebnisse für die deutſch- flawischenKulturbeziehungen abgewonnen. Mit jahrelang ausgereisten Erkenntnissen überdie germanische Wurzel des slawischen Rundlings stellt sich Altmeister C. Schuch-hardt ein. O. Bramm behandelt unter gleichem, kulturgeographischen Ge-sichtswinkel die Truhentypen mit Stollenwand und Satteldachbildung in Nordund Süd. Eine ergänzende Beſtandaufnahme in den Donauländern, Südoft- undOsteuropa wäre zur endgültigen Festlegung des deutschen und nordischen Anteilswichtig.

Für die Überleitung einer natursinnigen Auffassung nationaler Volkskunstim Sinne G. Herders zu einer folgerichtigen Deutung auf Grund_des_volksṭüm-lichen Weltbildes hat Südeuropa wie der Aufsatz von E. Petewa- Filowa:Tier und Menschenfiguren in der bulgarischen Textilornamentik lehrt, vorallem von der Wiener Schule vergleichender Volkskunstforschung noch mancheszu lernen.

H. Harmja uz und A. Spamer äußern fich theoretisch zur Zielseßungder Volkskunde und Volkskunstsorschung, voller ins Leben greift da S. Erixonmit einer Betrachtung von Volkskunſt und Kunſtkultur. Die kleineren Aufsätzeam Schluſſe des Bandes geben sachlichen Ausschluß vom Verwaltungsaufbau undden Einrichtungen am Berliner Volkskundemuseum..

Hdt.