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Jedes Kind lernt einmal im Kindergarten oder in der Schule ein Versleinüber den Storch. Solche sind:
„ Storch, Storch, Schnibel
Schnabel,
mit der langen Ofengabel,
flieg mir über's Bäckerhaus
und bring mit einen Wecken raus!"
„ Storch, Storch, Schnibel- Schnabel,mit der langen Heugabel,
mit den langen Beinen,
wenn die Sonn' tut scheinen,
steht er auf dem Kirchendach
und flappert fort bis alles wacht!"
Jm 2. Teil des bgld. Lesebuches iſt eine Erzählung„ Der Negenwurm undder Storch" enthalten. Ebendort:
„ Der Storch und der Spaß."Es hat der Storch sein Neſt gebautund als er froh umher nun schant,hoch über allen Häusern,
da sitzt vor ihm ein kleiner Spazzund bittet um ein wenig Plazz
zum Neste in den Reisern.
Da spricht der Storch:„ Mein Nest ist groß,
du bist ein kleines Böglein bloẞ,ich tu dir nichts zuleide.
Du bist in gutem Schuß bei mir,fein Mietgeld nehme ich von dir,
' s ist Plag hier für uns beide!"
Ein hübsches Märchen befindet sich in dem Buche„ Märchenland der Tiere":„ Der Storch yon Glückſtadt“.
Allgemein verbreitet ist auch der Glaube, daß in dem Hauſe, über dem imFrühjahr ein Storch kreiſte oder auf dessen Dach sich einmal Meiſter Langbeinzur kurzen Rast niederließ, bald ein Kind zur Welt kommen wird. Ein alterMann aus Schüßen a. Gebirge( Niederdonau) erzählte seinem Enkel folgendeGeschichte:„ Der Storch und der Bauer".
Es war einmal ein Storch, der hatte sein Neft( der Ausdruck Horst wirdhier nicht gebraucht) auf dem Kirchturm aufgebaut. Er kam jedes Jahr vorOstern aus dem warmen Süden zurück und verbrachte die meiste Zeit in derGemeinde. Eines Tages flog er über das Haus eines Arbeiters und ließ sich amSchornstein nieder. Der benachbarte Bauernsohn rief mit grober Stimme:
„ Storch, Storch, du guter,bring mir einen Bruder!"
Die Tochter des Arbeiters rief mit zarter Stimme:
„ Storch, Storch, du bester,
bring mir eine Schwester!"