Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde47 (1942) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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47 (1942) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Bauern zu erzählen, der einen dieser Steine zum Bau eines Neben-gebäudes verwenden wollte. Beim Transporte brach der Wagen unddie Pferde kamen um. Dann mißriet dem Bauern die Ernte, Rinderstarben. Das einzige verbliebene Pferd wird in den Wagen gespanntund bringt den Stein mit Leichtigkeit zurück. Dann ging alles wiedergut. Eine schwedische Sage) weiß von Bautaſteinen folgendes zu er-zählen: Auf den Narby- Höhen beim Hofe Björkens befinden sich 5 Bauta-steine. Der Bauer namens Sven Björk holte einmal, als er einen Vieh-ſtall baute, einen von diesen Steinen, um ihn als Schwelle zu benüßen;aber die Tiere machten solchen Lärm im Stall und wurden so unruhig,daß der Mann gezwungen war, den Stein zurückzubringen undan seiner ursprünglichen Stelle wieder aufzurichten. Als der Stein fort-geführt wurde( von seinem ehemaligen Standort), da konnten ihn zweiPferde kaum ziehen, obwohl es bergab ging; als man ihn zurückführte,ging es viel leichter. Von einem Nunenstein schreibt Trogillus Arn-fiel): In Schonen bey dem Dorff Ströh unfern Landskron/ iſt einansehnlicher Grab- Hügel Thulfchoi genandt/ mit verschiedenen · Nuhn-und anderen. Grab- Steinen_gezieret/ darunter ein Stein klein Thulegenandt/ welchen ein Bauer ausgegraben/ und zum Gebrauch in ſeinemHause angewendet; was geschieht? in der ersten Nacht entstehet imHause ein so großer Tumult/ und Gepolter/ als wenn alles mit Knallund Fall einreißen wollte. Als nun dieſer große Tumuſt eßliche Nächteim Hause continuirt/ und der Hauss- Vatter hierüber zu Gott umbHülffe/ und Rettung seuffzet/ ist ihm jemand im Schlaff erschienen/ derzu ihm heimlich ins Ohr gesagt: Bring Klein- Thule( so hieß der Grab-Stein) wieder an seinen Orth hin. Sobald der Bauer des Morgenserwacht/ bringt er den Grab- Stein wieder an seinen Orth hin/ da dennalles in seinem Hause stille worden." Von Sühnekreuzen bringtFr. Kießling) zwei ähnliche Begebenheiten, die sich angeblich vor nichtlanger Zeit im Waldviertel( Niederdonau) ereignet haben sollen. Sowird von einem Sühnſtein in der Nähe des Dorfes Obergrünbach, denein Bauer als Pflaster in seinem Hause verwendet hatte, berichtet, daßvon diesem Augenblicke an das Vieh von einer unerklärlichen Unruheerfaßt wurde, so daß der Bauer sich nicht anders helfen konnte, als den

Sage nach von einer Hege versteinerte Ritter, die, als ihr König mit seinemHeere hart vor der Schlacht stand, sich heimlich zurückzogen und zusammen Ränteschmiedeten. Die volkstümliche Anschauung kennt übrigens keine Unterschiede zwi-schen Menhiren, Dolmen, Langgräbern, Bauta- und Runensteinen.

6) Västsvenska folkminnesarkivet, No. 1093, S. 2.1

Cimbrische Heyden- Begräbnisse, Hamburg, 1702, III, S. 154 a, b.

Frau Saga im Niederösterreichischen Waldviertel, 1924, I, S. 64 f., No. 61.