Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde46 (1941) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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46 (1941) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Der Faf, der tuat gleich,du weascht oanawegs reich.

Bauer, et send ma da,mia keman alle Jahr.

Mia fend nit weg'ns Geb'n da;

Weg'ns Kinderschaun send wir daher,

sooft mia feman, is um oans allwei mehr.

Kinder habt's ös feini

und wachs'n toans toi( tüchtig),

all' Jahr die größt'n Trümma.

Am Gwand kennt mas woi;

feascht send ean d' Kittel in d' Kniebög einchiglangtund hoia tret'ns drein, sends gwachs'n um an Spon.

Wia habt's ös mit die Knecht;

bleib'ns enk eppa da?

Wenn die Diana schean tat'n,

ast blieb'ns nu a Jahr.

Auslass'n wuscht ös freila nit leicht.

Wer gang denn nacha suach'n,

wenn die Baudirn ausschleicht.

Kommen in einem Jahre wenig Anklöpfler, fo deuten es die Bäurinnen,daß ein schlechtes Erntejahr folgt. Am letzten Anklöpfeldonnerstag gehen dieBettler anflöpfeln; man nennt diesen Tag auch den Bettleranklöpfeltag.

Im Bauernvolke lebt über die Entstehung des Anklöpfelns folgende Sage:Ein reicher Bauer wies arme Leute vor die Tür. Daraufhin kam einePerchle( nach einer anderen Darstellung war es eine Here) zu ihm und ver-anlaßte ihn, zu geben. Der Bauer befolgte den Rat der Perchte und sagte: Alle Armen mögen kommen und sollen bringen neues Leben." Damit meinteer, die Leute, denen er von seinen Lebensmitteln gibt, sollen ſingen und luſtigsein, neues Leben in die Winterszeit bringen.

Die Sage vom reichen Bauern spielt in der Kufsteiner Gegend; nacheiner anderen Darstellung bei einem Sonnberger Bauern aus Brixen.

In die Zeit vor Weihnachten fällt auch das Schweineschlachten. WenigeBauernhäuſer gibt es, in denen kein Schwein geschlachtet wird. Der Großteildes Fleisches wird in den Selchkucheln geſelcht, damit für das ganze JahrKnödelfleisch vorhanden ist, denn die Fleischknödel sind eine gern begehrte Koſt.

Eine weitere Arbeit der Vorweihnachtszeit ist das Häuſerabwaschen. Vonoben bis unten, von innen bis außen wird das Haus gereinigt. Es ist keineleichte Arbeit und dazu ist es noch gern kalt in dieser Zeit. Doch muß dieseArbeit im Winter geschehen, weil die Häuser viel scheaner" werden.

Die heiflichste Weihnachtsarbeit der Bäuerin beginnt in der Thomaswoche.Es ist das Zeltenbacken. Bei dieser Arbeit sind die Bäuerinnen voller Sorge;geratet der Zelten nicht, so gibt es vom Zeltenanschneider einen Stichelreimund darauf verzichtet jedermann gern. Schließlich ist es auch keine Kleinigkeit,zwanzig und mehr Zelten zu backen. Wenn sie nicht geraten, hat man den