Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde46 (1941) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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46 (1941) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Eduard Heydenreich in seinen quellenkundlichen Arbeiten durcheinen eigenen Abschnitt auf die Museen als familiengeſchichtlicheHilfsmittel" hin und erwähnte hiebei auch im besonderen die Samm-lungen der Volkskundevereine. Freilich erschienen damals die volkskundlichen und übrigen musealen Sammlungen nur der von ihnen be-treuten Porträts, Wappen, Siegel und Grabinschriften willen dersippenkundlichen Beachtung wert. Die Namen und Anfangsbuchstabender Namen sowie die Jahreszahlen auf bäuerlichem Hausgerät wur-den lediglich beiläufig erwähnt.7) Anknüpfend an Heydenreich machtdann in jüngster Zeit wieder Friedrich Weck en die Sippenforscherauf die Museen im allgemeinen als Aufbewahrungsorte geschichtlicherHandschriftensammlungen aufmerksam.³) Dem Sippenforscher ſind ſo-mit die Museen als Fundstellen bekannt.

In Kreisen der Volkskundevereine, der Volkskundeſammlungenund der mit ihnen meist eng verwandten Heimatmuſeen ist bereitsfrüh das Interesse für sippenkundliche Arbeit zu finden. Es sei hierlediglich auf den Aufruf verwiesen, der 1896, also noch vor dem Er-scheinen des Lorenzschen Lehrbuches, im zweiten Band der Zeitschriftfür österreichische Volkskunde"( Seite 380) erschienen ist. EduardFink schreibt dort unter dem Leitwort: Familiengeschichte:

Wäre es nicht zweckdienlich, die Mitglieder( und auch außen-stehende Freunde) des Vereines aufzufordern, entbehrliche Fami-liendokumente im Originale, eventuell in Abschriften von solchen,dem Vereinsmuseum( Archiv) zu überlassen? Dieses Material zuFamilienchroniken wäre zugleich Völkergeschichte- Material. DieFamilien( Geschlechter-) Geschichten sind in ihrer Summe Landes-geschichte, Volksgeschichte."

War auch diesem Aufrufe damals noch kein entscheidender Erfolgbeschieden, so zeigt er doch einen Weg zur Sippenforschung auf, dendie Volkskunde- und Heimatmuseen in der Folgezeit unbeirrbar wei-tergegangen sind. Als Erfolg diefer Wegrichtung und des darin bekun-deten Verständnisses für die Sippenforschung müssen die beachtlichenfamiliengeschichtlichen Bestände an Archivalten, Porträts und Siegelgewertet werden, die um ein Bespiel herauszugreifen der imVorjahre erschienene Bayern- Band des Handbuches Die deutschenMuseen" in den Sachgruppen Landes-, Orts- und Familiengeschichte"verzeichnet. Daß über die Archivalien und Porträts hinaus auch inden Gruppen Sachgüter der Volkskunde und der Volkskunst" wert-volles Material für die Sippenkunde gefunden werden kann, soll imnächsten Abschnitt an einigen Beispielen dargelegt werden.

Vorerst aber noch ein Wort zu der Sachgruppe Archivalien inVolkskunde- und Heimatmuseen. Fürs erste ist zu bemerken, daß esnicht Aufgabe eines Volkskunde- oder Heimatmuſeums ſein kann,

7) Heydenreich, a. a. O., Bd. 1, S. 242–258, 245, 181 f. Fastwörtlich gleich oder ähnlich in der ersten Auflage des Werkes des gleichen Ver-fassers: Familiengelchichtliche Quellenkunde, 1909, S. 162-169, 165, 114 ř.*) Wecken, a. a. O., S. 182.